Schreibkick #39: Frühlingsblüten

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Hallo ihr lieben,

ich weiß, es ist viel zu spät für den Schreibkick. Aber die Woche war bisher etwas verrückt, daher besser spät als nie.

Ich habe keine Ahnung, wie mein Hirn den Sprung von Frühlingsblüten hin zu dieser Szene geschafft hat. Aber das Ergebnis gefällt mir ganz gut. Ich hoffe, euch auch.

Die Sanduhr

Über mir die Sterne glüh’n,
unter mir die Blumen blüh’n.
Den lauen Wind der Sommernacht
spür‘ ich auf meiner Haut, ganz sacht.

Das Gras, es ist ganz nass vom Tau,
die Blüten stellen sich zur Schau.
Sie leuchten in der schönsten Pracht,
dass es mir richtig Freude macht.

Auf einem Hügel, nicht mehr weit,
steht eine Bank zum Ruh’n bereit.
Ich komme näher. Was ist das nur?
Auf der Bank steht eine Sanduhr.

Der Sand, der rieselt unentwegs,
ich spür‘, dass meine Zeit vergeht.
Ich zerre, reiße, will sie drehn,
doch schwer wie Blei, bleibt sie stehn.

Erschöpft sinke ich ins weiche Gras,
die Zeit bewahr’n, wie schafft man das?
Neben mir erklingt ein Kichern,
ein weißer Fuchs, die Pfoten silbern.

„Die Zeit, die ist ein stures Ding,
läuft unentwegt vor sich hin.
Keine Chance den Weg zu ändern“,
spricht er, stupst mich an den Händen.

„Folge mir und du begreifst,
wie du dich davon befreist.“
Er schreitet fort, ich folge ihm,
so laufen wir schweigend dahin.

Er führt mich bis zu einem Strand
und setzt sich in den hellen Sand.
Erstes Licht die Welt erhellt,
Das Farbenspiel, sensationell.

Sprachlos seh’n wir übers Meer,
mein Denken, das wird leicht und leer.
fasziniert, zeitgleich geborgen,
vergesse ich all meine Sorgen.

Der Fuchs reißt mich aus den Gedanken,
blickt zurück, woher wir kamen.
Täusch ich mich? Ich seh’s ganz klar!
Die Sanduhr rieselt langsamer.

Verschmitzt der Fuchs nun zu mir blickt.
„Die Zeit, die ist eben verrückt.
Du musst nutzen, was du hast,
weil du das Beste sonst verpasst.“

 

Diesen Monat waren dabei:
Nicole Vergin
Eva
Veronika

Das Thema für den 01.04.2017 lautet: Platzregen

5 Kommentare zu “Schreibkick #39: Frühlingsblüten

  1. Liebe Sabi,
    was für ein wundervolles Gedicht – ich bin begeistert von dieser zauberhaften Geschichte und habe Dich mit diesem hübschen und schlauen Fuchs gesehen.

    „Weil du das Beste sonst verpasst“ – das sollten wir uns auf jeden Fall alle hinter die Ohren schreiben! DANKESCHÖN <3 <3 <3

    Liebe Grüße
    Nicole

  2. […] Veronika Eva Sabi […]

  3. […] Sabi […]

  4. […] Sabi […]

  5. Wunderbar, Sabi, ich war richtig dabei, das kühle Gras und alles gespürt.

    Genau, im JEZT leben, den Augenblick genießen!

    Alles Liebe
    Eva 🙂

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