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Die Gruselmeer Autoren #6: Jill Noll

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Hallo ihr lieben,

ich hoffe, ihr habt das Buch alle schon gelesen und seid daher nun ganz gespannt auf das Interview mit Jill Noll, um mehr über sie zu erfahren. Wenn nicht: Schämt euch! 😉 Aber lest das Interview einfach trotzdem …

Autorenvita:  Jill schreibt Urban-Fantasy & Romantasy. Auf ihrem Blog JillSchreibtEinBuch.de könnt ihr die Entstehung ihrer Bücher verfolgen und gleichzeitig nützliche Schreibtipps mitnehmen.

Erzähl mal, Jill,  worum geht es in deiner Geschichte „Die steinerne Frau“?

In „Die steinerne Frau“ dienen steinerne Wesen den Menschen. Ein alter Mann allerdings will der steinernen Frau, die ihm immer gute Dienste geleistet hat, ein echtes und erfülltes Dasein schenken und erweckt sie zum Leben. In Laufe der Geschichte erlebt der Leser, wie Saarah nach und nach die Welt kennenlernt. Aber neben schönen Wäldern und süßen Tieren entdeckt sie in einem nahe gelegenen Dorf erschreckende und grauenvolle Dinge.
Doch die Geschichte ist viel mehr als das. „Die steinerne Frau“ ist ein Appell an die Vernunft und den Gerechtigkeitssinn der Menschen – denn genau diese Attribute fehlen den Menschen mehr und mehr und das wird derzeit zu einem immer gravierenderen Problem in unserer Welt.

Wie bist du auf die Idee für deine #Gruselmeer-Kurzgeschichte gekommen?

Die Geschichte ist tatsächlich ein Spin-Off einer anderen Geschichte, die ich geschrieben habe.

Verrätst du uns den ersten Satz deines Textes?

Der Mann schlich um die Frau herum.

Was schreibst du sonst so?

Bisher habe ich einen dystopischen Urban-Fantasy Roman (Zwischenwelt – Die Welt zerbricht) und eine Romantasy-Geschichte (Eine Ewigkeit ohne dich) geschrieben. Im Bereich Fantasy fühle ich mich definitiv am wohlsten – obwohl mir seit einiger Zeit auch ein paar Geschichten im Kopf herumschwirren, die völlig ohne Fantasy auskommen.
Was ich beim Schreiben von „Die steinerne Frau“ festgestellt habe, war auf jeden Fall, dass ich besser darin bin, längere Geschichten zu schreiben. Soweit ich weiß, ist meine Kurzgeschichte in der Gruselmeer-Anthologie tatsächlich mit Abstand die längste von allen.

Was reizt dich so sehr am Genre Fantasy?

Hier erfülle ich wohl das typische Fantasy-Autoren-Klischee. Denn ich liebe es, nicht nur in andere Welten einzutauchen, sondern auch, sie zu erschaffen und mit den Charakteren zu erleben und zu gestalten. Es ist einfach schön, sich alles Mögliche ausmalen und es immerhin auf dem Papier auch wirklich erschaffen zu können.

Woran arbeitest du aktuell?

Als nächstes wird der zweite Band von meinem Romantasy-Projekt „Eine Ewigkeit ohne dich“ erscheinen. Die Geschichte kam bei den Lesern so gut an, dass ich sie nicht so lange auf die Folter spannen möchte 😉

Möchtest du uns kurz erzählen, worum es in der Reihe geht?

Da lasse ich mich nicht zwei Mal bitten 😉 In „Eine Ewigkeit ohne dich“ gerät die 17-jährige Ava in eine sehr gefährliche Situation. Und nur durch Zufall ist der geheimnisvolle Lio zur richtigen Zeit am richtigen Ort und kann Ava vor dem Schlimmsten retten. Nach und nach lernen sich die beiden kennen und es beginnt zwischen ihnen zu knistern. Aber Lio verbirgt ein Geheimnis, das den beiden wahrlich unüberwindbare Hürden in den Weg stellt. Obwohl sie zusammen sein möchten, ist es einfach nicht möglich. Aber Ava kämpft darum – auch wenn es sie beide zu zerstören droht.

Was ich auf jeden Fall erwähnen möchte ist, dass es in dieser Geschichte weder Vampire, noch Werwölfe oder andere „übliche“ Fantasy-Wesen gibt. Bisher hat Lios Geheimnis noch jeden Leser im Dunkeln tappen lassen und am Ende sehr überrascht 😉

Was darf für dich beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?

Tatsächlich brauche ich zum Schreiben gar nicht viel. Mein Laptop reicht mir – aber wenn sich mein Kätzchen zu mir kuschelt, fühlt es sich noch besser an. Musik höre ich ab und zu, aber meist kann ich mich mit Musik nicht so gut konzentrieren. Das kommt aber ganz auf die Geschichte bzw. die Szene an, an der ich in dem Moment sitze.

Welche Bücher liest du selbst gerne?

Ich schreibe vermutlich deshalb gern dystopische Urban-Fantasy und Romantasy, weil ich genau diese Genres auch gern lese. Eine Buchreihe, die es mir besonders angetan hat, sind die „Black Dagger“.

Wo findet man dich im Netz?

Auf meiner Website gibt es alle Infos über mich und meine Bücher: http://jillschreibteinbuch.de/
Instagram: https://www.instagram.com/jillnollauthor/
Facebook: https://www.facebook.com/JillNollAuthor/
Pinterest: https://www.pinterest.de/jillnollauthor/
Twitter: https://twitter.com/JillNollAuthor

Zum Buch gehts übrigens hier:

Die Gruselmeer Autoren #5: Tinka Beere/Marija Kraujas

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Halli hallo,

heute ist es so weit: Das Gruselmeer wird veröffentlicht! Greift zu, schnappt es euch! Taucht mit uns ein in die unaussprechlichen, düsteren Grausamkeiten, die sich unter der brodelnden Oberfläche zutragen … oder so ähnlich 🙂

Über das Cover gehts zum Buch. Aber bleibt doch vorher noch einen Moment, um Tinkas Worten zu lauschen … äh lesen.

Denn zur Feier des Tages soll unsere Chefin, Herausgeberin, Redakteurin, Lektorin und Freundin <3 Tinka Beere zu Wort kommen. An dieser Stelle muss ich ein dickes DANKE loswerden, für ihre tolle Art, das Team zusammenzuhalten, sich geduldig um den ganzen Orgakram zu kümmern und auch die Ideen des Teams gerne anzunehmen und umzusetzen. So macht Zusammenarbeit einfach Spaß 🙂

Jetzt aber genug des Gefasels … hier kommt das Interview mit Tinka, ich geh so lange meine Schleimspur aufwischen 😉

Autorenvita: Mein Traum war es schon immer, Autorin zu sein. Ich malte mir in den tollsten Farben aus, wie es sein würde, in meinem Haus am Meer zu sitzen und Geschichten zu schreiben. Doch der schönste Traum wird sich nicht durch Träumen allein erfüllen – Ich begann, diesen Traum zu leben. Nach und nach merkte ich, dass noch ein weiterer Herzenswunsch in mir ruhe: Ich möchte anderen helfen, ihr Traumleben zu verwirklichen.

Im Januar 2014 gründete ich die Facebook-Gruppe „Writers‘ Inn“, in der sich Autoren und kreative Menschen austauschen und gegenseitig inspirieren können. Dort begleite ich jeden Schreibmonat, um andere Autoren zu motivieren. Die Gründung des Online-Magazins „Schreibmeer“ im Juni des folgenden Jahres war nur ein logischer Schritt, denn ich wollte mehr Motivation und Inspiration gespickt mit Informationen über das Schreiben geben. Im Herbst 2016 veröffentlichte ich meinen Ratgeber „30 Tage Schreibchallenge“, um meine NaNo-Hasen noch mehr unterstützen zu können.

Seit 2013 blogge ich in meiner Teestube über Bücher und ihr Schreiben.

meine Webseite: www.tinkabeere.com

Erzähl mal Tinka, worum geht es in deiner Geschichte „Carnivorenexpress“?

In den letzten Wochen verschwinden wieder Menschen im Uralgebirge. Die junge Journalistin Darja macht sich mit der Transsibirischen Eisenbahn auf den Weg nach Jekaterinburg, um herauszufinden, was mit ihnen passiert ist. Schon auf der Reise muss sie sich ihrer größten Angst stellen und kommt des Rätsels Lösung näher als ihr lieb ist.

Das klingt ja schon mal spannend. Wie bist du denn auf die Idee für deine #Gruselmeer-Kurzgeschichte gekommen?

Tatsächlich ist mir die Idee in einem Traum vor ein paar Jahren gekommen, der mich selbst total gegruselt hat. So sehr, dass ich eigentlich Angst davor hatte, diese Idee in einem ganzen Roman zu verwursten – außerdem ist das Genre doch ein komplett anderes, in dem ich eigentlich schreiben wollte. Da hat es sich einfach angeboten, einmal das neue Genre auszuprobieren und dann um die Idee, die immer in meinem Kopf geblieben ist, herauszulassen.

Verarbeitest du häufiger Träume in deinen Geschichten?

Ja, sehr oft. Auch Tagträume gehören dazu. Ich komme auf die meisten Ideen meiner Geschichten, indem ich einfach meine Gedanken schweifen lasse und mir „was wäre wenn“-Szenarien ausmale. Beim Schreiben träume ich übrigens auch. Ich habe Bilder vor Augen und schreibe mit, was passiert. Das ist auch eine tolle Methode, wenn ich einmal nicht weiter komme: Ich schließe die Augen und lasse in Gedanken einen Film von dem, was als nächstes passiert, ablaufen.

Verrätst du uns den ersten Satz deines Textes?

„Etwas Warmes und Weiches streifte meine Hand. „

Da bekommt man direkt eine Gänsehaut. Was brauchst du um in die Richtige Stimmung für Gruselgeschichten zu kommen?

Meistens höre ich Musik. Wichtig ist dabei, dass sie zur Stimmung passt, damit ich mich in die Situation einfühlen kann. Außerdem hat meine Schreibmusik sehr oft keinen Text. Für die Geschichte „Carnivorenexpress“ habe ich mir eine Playlist auf Spotify erstellt, in die man hier gern mal reinhören kann: https://open.spotify.com/user/tinkabeere/playlist/7Db7n5wED0jgfuTkMyAXOU 

Was schreibst du sonst so?

Das meiste, was ich im Moment schreibe, sind tatsächlich Artikel fürs Schreibmeer. Daneben habe ich aber noch dutzende andere Projekte. Zum einen gibt es meine Ratgeber für Autoren. Ende diesen Jahres erscheint übrigens wieder etwas für Autoren von mir (#Projekt2018). Und zum anderen schreibe ich gerne fantastische Geschichten, die in anderen Welten oder in einer dystopischen Zukunft spielen. Wie mein Lesegeschmack auch, möchte ich mich nicht allzu sehr festlegen, daher schreibe ich einfach das, was mich begeistert – egal, in welchem Genre oder welche Form es hat. Tendenziell darf es aber eher lang sein: Gedichte und Kurzgeschichten sind eigentlich nicht so meins.

Woran arbeitest du aktuell?

So langsam geht es nicht nur mit dem #Gruselmeer, sondern auch mit meinem #Projekt2018 in die heiße Phase. Wie schon erwähnt wird es wieder in die Richtung „Ratgeber für Autoren“ gehen.

Was darf für dich beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?

Genügend Zeit. Ja, es klingt paradox, wenn ich doch in meiner „30 Tage Schreibchallenge“ schreibe, dass man schon mit 10 Minuten am Tag etwas reißen kann. Aber ich bin eher der gemütliche Typ, vor allem beim Schreiben möchte ich mich ungern hetzen und statt der 10 Minuten nehme ich mir am liebsten mindestens 20 Minuten Zeit – aber die auch nicht, bevor ich irgendwo hin muss 😀 Ich habe so einfach keinen Kopf fürs Schreiben (fürs Lesen und andere Dinge aber auch nicht 😀 ).

Der Rest ist dann einfach Bonus. Eine duftende Kerze, eine Tasse Tee, stimmungsvolle Musik – manchmal geht Musik aber auch gar nicht 😀 Ich bin beim Schreiben wie auch im Leben eher ein wechselhafter Typ ^^

Wenn du so ein wechselhafter Typ bist und so viele Interessen hast. Hast du einen Tipp für uns, wie es gelingt, trotzdem an einer Sache dranzubleiben und diese fertig zu bekommen, anstatt 100 halbfertige Projekte in den Schubladen zu haben?

Haha, das ist eine echt gute Frage. Ich selbst versuche immer noch herauszufinden, wie das geht. Einen echten Geheimtipp habe ich also nicht. Allerdings sehe ich viele Dinge positiv. Manche Geschichten müssen auf dem Blatt Papier vielleicht nicht beendet sein, um ihren Sinn erfüllt zu haben. Sie sind möglicherweise nur dazu da, um zu üben oder um zu schauen, ob diese Idee funktionieren kann. Ich glaube, das Schreiben oder allgemein die verschiedenen Projekte sollten mir Spaß machen. Muss ich mich selbst zwingen, etwas zu tun, verliere ich zu schnell wieder das Interesse daran. Nicht jede Geschichte ist für die Öffentlichkeit bestimmt, manch eine ist nur für mich – es macht übrigens sehr viel Spaß, sich an die Orte zu träumen, die man nur selbst kennt 😉

Welche Bücher liest du selbst gerne?

Beim Lesen von Büchern bin ich über die letzten Jahre anspruchsvoller geworden. Ein Buch muss mich begeistern, es muss irgendwie neuartig sein, mich weiterbringen. Ich liebe Bücher, die mich zum Nachdenken und Überdenken bringen, die mich fassungslos zurücklassen und tief bewegen.

Welches Buch hat dich denn zuletzt zum Nachdenken gebracht?

„Die Farm der Tiere“ von George Orwell.

Wo findet man dich im Netz?

Auf Facebook, Twitter und Instagram bin ich unter dem Namen Tinka Beere zu finden – Instagram ist fast zu meiner zweiten Online-Heimat geworden. Dort tobe ich mich besonders gern in den Stories aus. Außerdem blogge ich auf tinkabeere.blogspot.com und informiere über meine Projekte auf meiner Webseite tinkabeere.com. Darüber hinaus gibt es unregelmäßig und je nach Laune Youtube-Videos von mir und auch auf Pinterest sammle ich fleißig Ideen für meine Projekte und Inspirationen für alles Mögliche.

Die Gruselmeer Autoren #4: Myna Kaltschnee/Mimi

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Hallo meine lieben,

heute geht es weiter mit Mimi, bzw. Myna Kaltschnee. Mit ihr schleichen wir uns in eine Brandruine und finden dort um einiges mehr, als ein paar verkokelte Einrichtungsgegenstände …

Autorenvita:  Mimi erblickte im „Mauerfalljahr“ 1989 in einem kleinen, schwäbischen Städtchen das Licht der Welt. Schon als Kindergartenkind liebte sie es, Geschichten zu erzählen. Sie konnte es kaum erwarten, in die Schule zu kommen und schreiben zu lernen. Während ihrer Schulzeit engagierte sie sich für verschiedene Schülerzeitungen.

Da sie schon immer eine große Liebe zu Büchern hegte, absolvierte sie mehrere Praktika in der örtlichen Stadtbücherei und entschloss sich schließlich, den Beruf der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Bibliothek zu ergreifen.

Seit Mai 2015 veröffentlicht Mimi als Myna Kaltschnee Kurzgeschichten und Artikel rund ums Thema Schreiben in ihrem Blog. Sie hat einen sehr vielseitigen Geschmack und legt sie sich nicht gerne auf ein Genre fest. So schreibt sie sowohl Horror und Fantasy, als auch Science Fiction und (LGBT) Liebesgeschichten, letzteres als Emma Escamilla.

Erzähl mal Mimi, worum geht es in deiner Geschichte „Die Brandruine“?

In „Die Brandruine“ geht es um drei Teenager, zwei Jungs und ein Mädchen, die die verrückte Idee haben, nachts in eine Brandruine einzubrechen. Hätten sie allerdings geahnt, worauf sie darin stoßen, so hätten sie wohl die Finger von der Ruine gelassen. 😀

Klingt gruselig. Wie bist du auf die Idee für deine #Gruselmeer-Kurzgeschichte gekommen?

Ursprünglich habe ich die Geschichte für einen Wettbewerb geschrieben, schickte sie dann aber doch nicht ein, weil ich mich für eine andere Geschichte entschied.

Sie wurde inspiriert von einer echten Brandruine in meiner Nachbarschaft, einem Einfamilienhaus, das 2015 vollkommen abgebrannt ist. Ich habe mich einfach gefragt, was passieren könnte, wenn man dieses leerstehende, zerstörte Haus nachts betreten würde.

Machst du solche Dinge nur in deiner Fantasie oder hast du tatsächlich schon mal verlassene, spannende Orte ausgekundschaftet?

So richtig habe ich das noch nicht gemacht. Wobei es in der Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin, einen verlassenen Bahnhof gab, dessen Grundstück ich mal mit meiner Schwester ausgekundschaftet habe. Aber wir sind nicht ins Bahnhofsgebäude eingebrochen. So mutig waren wir nicht. 😀

Verrätst du uns den ersten Satz deines Textes?

„Was, wenn das Haus einsturzgefährdet ist?“, fragte Nina und stemmte die Hände in die Hüften.

Was machst du beim Schreibmeer normalerweise?

Normalerweise schreibe ich als Autorin Artikel für das Schreibmeer, sowohl über das Schreibhandwerk, als auch das Bloggen oder Social Media. Außerdem betreue ich die Facebookseite und den Pinterest-Account.

Was schreibst du sonst so?

Ich bediene vielfältige Genres und will mich gar nicht so richtig festlegen. Die Liebe spielt meist eine wichtige Rolle in meinen Geschichten, aber ich schreibe nicht nur Romantisches (was ich übrigens als Emma Escamilla tue). Als Myna Kaltschnee widme ich mich den Genres Fantasy, Horror, Science Fiction und düstere Reality.

Woran arbeitest du aktuell?

Momentan schreibe ich an einem High-Fantasy-Roman, in dem Dryaden, also Baumnymphen, die Hauptrolle spielen. Außerdem überarbeitete ich gerade eine lesbsische Liebesgeschichte und einen Horrorkurzroman.

Das klingt nach einer Menge Arbeit. Wie schaffst du es, bei den unterschiedlichen Geschichten und Projekten den Überblick zu behalten?

Da es vom Genre her sehr unterschiedliche Geschichten sind, fällt es mir eigentlich nicht schwer, den Überblick zu behalten. Wobei ich natürlich auch nicht immer alles mache. Es gibt Tage, da schreibe ich nur und Tage, die ich zur Überarbeitung nutze. Und dann gibt es natürlich auch noch die Tage, an denen ich vor lauter Prokrastinieren zu nichts komme … 😉

Was darf für dich beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?

In den kühleren Jahreszeiten ist das defintiv eine Kanne Tee. Im Sommer bevorzuge ich Wasser. Hauptsache, ich habe immer genug zu trinken da, denn schreiben macht durstig. Außerdem brauche ich Musik beim Schreiben, die mich in Stimmung bringt. Das kann von Geschichte zu Geschichte völlig unterschiedlich ausfallen. Als ich meinen Dark-Fantasy-Vampir-Roman geschrieben habe, habe ich beispielsweise sehr viel Metal gehört. Bei romantischen Projekten ist es dann doch eher Kuschelrock.

Welche Bücher liest du selbst gerne?

Eigentlich querbeet: Liebesromane, Horror, (Urban/Dark) Fantasy, Dystopien, Psychothriller, aber auch humorvolle Texte.

Wo findet man dich im Netz?

Fast überall. 😀

Facebook Myna Kaltschnee: https://www.facebook.com/myna.kaltschnee/

Facebook Emma Escamilla: https://www.facebook.com/emmaloveswriting/

Twitter Myna Kaltschnee: https://twitter.com/mynakaltschnee

Twitter Emma Escamilla: https://twitter.com/emmaloveswritin

Pinterest: https://www.pinterest.de/psychokid11/

Instagram: https://www.instagram.com/xthornbird11x/

Blog Myna Kaltschnee: https://myna-kaltschnee.com/

Blog Emma Escamilla: https://emmaescamillablog.wordpress.com/

Die Gruselmeer Autoren #3: Katrin Scheiding

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Zum Sonntag gibt es ein wunderbares Interview mit Katrin Scheiding. In ihrer Geschichte schickt sie euch auf Entdeckungstour in ein altes Haus, auf den Spuren myteriöser Vorgänge.

Autorenvita:  Katrin wurde 1977 im schönen Ruhrgebiet geboren und entdeckte schon früh die Magie der Buchstaben. Nach dem Abitur studierte sie in Düsseldorf Germanistik und Medienwissenschaft (im vergangenen Jahrhundert noch auf Magister) und promovierte dort irgendwann über Theodor Fontanes Romanwerk. Jetzt lebt sie mit Mann, Kindern und Katze in einem nordhessischen Dorf.

Beruflich startete sie als Volontärin in einem Ratgeberverlag und durchlief die unterschiedlichen Stationen der Verlagswelt von der Manuskriptidee bis zum Buchdruck. Vor ein paar Jahren entschied sie sich, mit einem eigenen Lektoratsbüro den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Seitdem unterstützt sie Verlage, Indie-Autoren, Studenten und alle, die einen Text zwischen zwei Buchdeckel bekommen wollen, bei ihren Projekten (www.katrinscheiding.de) und verleiht den Manuskripten den letzten Schliff.

Als passionierte Leserin bloggt sie auf www.nowheremansbuecherschrank.wordpress.com über Bücher, Lesefreuden und die herrliche brotlose Kunst des Wörterschmiedens.

Beim Schreibmeer ist sie schwerpunktmäßig für die graue Theorie und das Hintergrundwissen zu schriftstellerischen Themen zuständig und macht auch trockene Themen für Autoren spannend.

Erzähl mal Katrin, worum geht es in deiner Geschichte „Am Salzmarkt“?

Im Haus am Salzmarkt gehen ungewöhnliche Dinge in einer Dachkammer vor. Gleichzeitig taucht im Dorf ein Historiker auf, der seine Nase in fremde Angelegenheiten steckt. Henriette (die Bewohnerin des Hauses) und Justus (der Historiker) stoßen auf Vorgänge, die aus einer uralten Zeit stammen …

Wie bist du auf die Idee für deine #Gruselmeer-Kurzgeschichte gekommen?

Da kamen zwei Fragen zusammen, die zu meiner Kurzgeschichte führten. Erst fragte meine Tochter, ob es nicht eine Schauergeschichte gäbe, die ihr endlich mal gefällt. Die Kindergruselgeschichten waren ihr alle zu niedlich und harmlos, die „echten“ waren dann doch zu heftig. Sie mag den Grusel nach Art von E. A. Poe oder E. T. A. Hoffmann, aber eben nicht ganz so nervenkitzelnd. Gleichzeitig suchte Tinka Beere nach Geschichten für das #Gruselmeer. Gut, sagte ich mir, gehen wir es eben an. Dummerweise wurde die Geschichte dann doch zu gruselig für Kinder, selbst für meine hartgesottene Tochter.

Verrätst du uns den ersten Satz deines Textes?

„Das Haus war groß, alt und schön.“

Was machst du beim Schreibmeer normalerweise?

Eigentlich bin ich als Autorin für das Hintergrundwissen zuständig und schreibe über die verschiedenen Literaturepochen. Außerdem plaudere ich aus Lektoratssicht aus dem Nähkästchen und gebe Tipps, um Stolperfallen beim Schreiben zu erkennen und zu vermeiden.

Literaturepochen … klingt interessant. Wie bist du zu dem Thema gekommen?

Ich habe ja Literaturwissenschaft studiert und dabei so ziemlich alle Literaturepochen seit dem Hochmittelalter berührt. Der Witz daran ist – eigentlich ja auch logisch – dass die Epochen auf irgendeine Art aufeinander aufbauen. Mal wird die Epoche verfeinert und differenziert, bis eine neue Strömung entstanden ist, mal geht es aber auch in eine völlig konträre Stilrichtung wie bei einem Pendel, das in die beiden Extreme ausschlägt. Jedenfalls haben die Literaturepochen immer etwas miteinander zu tun. Sie lernen in einer Weise voneinander.

Ich halte es für wichtig, dass sich moderne Autoren in den Literaturepochen auskennen und verorten können. Es ist mir nicht selten im Lektorat untergekommen, dass ich einen Text gelesen habe, der sauber einer bestimmten Theorie folgt – was aber beim Autor oft völlig unbewusst passiert. Ich als Lektorin kann zum Beispiel sehen: „Dieser Thriller folgt der Theorie des Kriminalromans nach Dürrenmatt“, was für den Leser ja eigentlich uninteressant ist. Für den Autor kann das aber erstens eine wichtige Inspirationsquelle sein und vor allem auch ein gutes Handwerksmittel, um Brüche und Unstimmigkeiten im Text zu erkennen und zu beseitigen. Oder auch, um bewusst Stile zu mixen. Dafür muss man die Motive allerdings kennen und einordnen. Warum nicht mal die Motivik des Jugendstils und der Romantik in Urban Fantasy oder auch Horror einbauen oder so? E. T. A. Hoffmann zum Beispiel liefert grandiose Inspirationen.

Außerdem kann man von seinen Vorfahren nur lernen, und wenn es darum geht, nicht denselben Irrtum zu begehen. Somit finde ich es wichtig, dass das entsprechende Hintergrundwissen beim Schreiben mitschwingt.

Was schreibst du sonst so?

Mehr oder weniger gar nichts. Ich mag Poetry Slams, die ich aber nur für mich schreibe und noch nie performt habe. Aber nun schwirren diverse Ideen für Gruselgeschichten in meinem Kopf herum 😉

Heißt das, es wird in der Zukunft eventuell doch die eine oder andere Geschichte von dir geben?

Ich halte es da wie James Bond: Sag niemals nie.

Woran arbeitest du aktuell?

An einer Kurzgeschichte, die im Mittelalter spielt und die klassischen Totentanzdarstellungen zum Gegenstand hat.

Was darf für dich beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?

Kaffee!

Welche Bücher liest du selbst gerne?

Ich bin offen für alles, der Text muss eine bestimmte Saite bei mir anschlagen. Ich mag gut recherchierte historische Romane, ich mag Fantasy, ich mag Klassiker, ich mag moderne Belletristik … Irgendwo zwischen J. R. R. Tolkien, Theodor Fontane, Haruki Murakami und Ralf Rothmann bin ich glücklich. Aber gegen Tennessee Williams und Günter Grass hab ich auch nichts. Nur les ich irgendwie nicht gern Lustiges. Ich weiß auch nicht wieso, wo ich doch ziemlich gern lache;)

Wo findet man dich im Netz?

Bei www.katrinscheiding.de, bei https://nowheremansbuecherschrank.wordpress.com/ und auf Facebook bei https://www.facebook.com/DrKatrinScheidingKorrektoratUndLektorat/

Die Gruselmeer Autoren #2: Florian Waldner

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Weiter geht es heute mit Florian, der uns in seiner Geschichte auf Geisterjagd schickt.

Autorenvita:  Florian Waldner lebt und schreibt im schönen Bregenzerwald. Als Leseratte, Story-Telling-Enthusiast, Wortspieler und Fan von allem, was eine gute Geschichte enthält, lag ein Studium in Germanistik und Latinistik nahe. Neben regelmäßigen Beiträgen über das Schreiben und Kreativtechniken beim Schreibmeer veröffentlicht er Kürzestgeschichten und Gedichte für Zwischendurch auf seinem Blog „Tintenfleck“.

Erzähl mal, Florian,  worum geht es in deiner Geschichte „Das Haus in Athens“?

Das ist schwierig. Ich will ja nicht zu viel verraten, aber auch nicht zu wenig. Im Grunde geht es um zwei „Geisterjäger“ – falls man sie so nennen kann –, die ein Auftrag nach Athens, Pennsylvania, führt. Dort steht ein Haus, in dem die beiden dann … nun, da möchte ich nun eigentlich wirklich nichts mehr verraten.
„Geisterjäger“ sagt doch schon alles, nicht?

Wie bist du auf die Idee für deine #Gruselmeer-Kurzgeschichte gekommen?

Die Geschichte an sich beschäftigt mich schon sehr lange, denn sie hat ein historisches Vorbild. In einem Brief an einen Freund schildert der römische Politiker Gaius Plinius Caecilius Secundus, besser bekannt als Plinius der Jüngere, eine ganz ähnliche Geschichte über ein Haus, das in Athen steht. Die Art und Weise, wie der Philosoph, der in diesem „Gespensterbrief“ das Haus betritt, mit der Situation umgeht, hat mich schon immer fasziniert. Als dann die Idee mit dem #Gruselmeer aufkam, wusste ich schnell, dass ich mich weiter mit der Geschichte von Plinius befassen möchte – aber anstatt sie einfach nachzuerzählen, habe ich sie für mich selbst vollkommen zerlegt und neu zusammengearbeitet. Aus dem alten Athen wird Pennsylvania, aus der Antike das 19. Jahrhundert, aus einem alten Philosophen zwei junge Menschen … es war spannend, zu sehen, wie sich die Geschichte dadurch verändert und was man damit alles machen kann.

Verrätst du uns den ersten Satz deines Textes?

Die Kerzen flackerten, als die Entität des Jenseits nach ihnen griff.

Was machst du beim Schreibmeer normalerweise?

Ich schreibe Artikel, in der Regel über Erzähltechniken, literarische Traditionen und Schreibtheorien, manchmal aber auch „einfache“ Praxistipps. Ist spannender, als es klingt 😉

Dann erzähl uns doch von dem spannenden Part. Was reizt dich an diesen Themen?

Für mich persönlich ist Schreiben mehr als nur das Erzählen einer guten Geschichte. Natürlich braucht man einen hieb- und stichfesten Plot mit überraschenden Wendungen, interessante Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann, und nachvollziehbare Konflikte, damit die Handlung für das Publikum verständlich bleibt.
Daneben fasziniert mich aber auch, wie eine gute Geschichte erzählt wird – all die vielen kleinen Tricks und Kniffe, die über die bloße Handlung hinausgehen und die Leserinnen und Leser oft gar nicht bemerken, weil sie völlig unbewusst wirken. Dazu zählen etwa all die vielen kleinen Dinge, die auf Satz- und Wortebene passieren, etwa, dass man Adjektive und Nomen verwendet, die direkt eine gewisse Atmosphäre aufbauen – niemand würde beispielsweise in einer Gruselgeschichte das Wort „süß“ verwenden. Oder dass man Sätze verkürzt, teilweise bis hin zur Auslassung von Subjekten, Objekten und sogar Prädikaten, um so das Lese- und Erzähltempo zu steigern (und damit auch die Spannung). Oder dass man abwechslungsreiche Satzanfänge verwendet.
Oder an der richtigen Stelle Absätze setzt.

Solche kleinen Kniffe und Regeln gibt es hunderte – aber wirklich spannend wird es dann, wenn Autoren sie bewusst nicht einsetzen, bewusst die Regeln verletzen und damit noch einmal etwas völlig Neues schaffen. Das ist das absolute Meisterlevel, Techniken zu beherrschen und im richtigen Moment auf sie zu verzichten.
Denn eine Geschichte kann noch so gut sein, sie wird besser, wenn man sie auch gut erzählt.

Was schreibst du sonst so?

Ich habe ein Faible für Kürzestgeschichten aller Art. Vom Genre her bin ich nicht festgelegt, Science-Fiction und Fantasy wechseln sich mit Humorvollem und Liebesschnulzen ab, manchmal vermischt sich auch alles ineinander. Ich experimentiere auch gern mit den unterschiedlichsten Techniken und Motiven, verfasse Drabbles und Nonsense-Texte, Parodien und Texte, die die Realität verdrehen … der gemeinsame Nenner könnte vielleicht sein, dass es in meinen Texten meistens nicht so kommt, wie man es zuvor erwartet hat.

Woran arbeitest du aktuell?

Ich konzentriere mich derzeit vor allem auf die Fertigstellung einer Anthologie, die unter dem Titel #Projekt24 auf meinem Blog zum Teil schon vorveröffentlicht wurde. Es geht darin um Geschichten rund um das Motiv „Dinner for Two“. An der Anthologie sind neben mir 23 andere Autorinnen und Autoren beteiligt, darunter feste Größen der Indie-Szene genauso wie bisher unbekannte Schreiberlinge. Die Texte sind trotz der engen Vorgabe erstaunlich vielfältig, alle Arten von Genres sind vertreten, Humorvoll bis traurig, phantastisch bis realistisch. Als Erscheinungstermin peilen wir noch dieses Jahr an, ein genaues Datum steht leider noch nicht.

Daneben gilt meine ganze Aufmerksamkeit meinem Kurzgeschichten-Blog, dem Tintenfleck, auf dem ich nach einer langen Pause jetzt wieder wöchentlich einen neuen Text veröffentliche.

Was ist für dich die Motivation dahinter, Geschichten einfach so, kostenfrei auf deinem Blog zu veröffentlichen? Und für wen sind sie gedacht?

Der „Tintenfleck“ ist meine kleine „Experimentierkammer“ – es gibt dort keine Gatekeeper, keine Verleger, die mir dreinreden und auch keine Verkaufszahlen, die mich beeinflussen würden. Ich muss kein Geld verdienen und das ist auch gut so. Denn dadurch eröffnet sich mir auf dem Blog eine Freiheit, die ich sonst nicht habe. Texte auf dem Tintenfleck sind manchmal etwas grenzwertig, manchmal so richtig „blöd“, arbeiten mit doppelten Böden, mit (un)fairen Tricks, führen Leser an der Nase herum, wagen stets drei Experimente auf einmal und sind alles andere als konventionell. Das sind oft Dinge, die in langen Romanen, aber auch in Kurzgeschichten-Anthologien einfach nicht gehen, weil sie zu sehr herausstechen, zu sehr für sich alleine stehen und sich nicht in ein großes Ganzes einfügen würden.
Das heißt aber nicht, dass ich dort einfach die Sau rauslasse, im Gegenteil: An manchen Texten auf dem Blog arbeite ich teilweise mehrere Wochen und absolut jeder Text wird professionell lektoriert, ehe er online geht.

Für wen die Texte gedacht sind: Für Leute, die mehr wollen, als immer nur dieselben Geschichten lesen. Die Freude an anspruchsvollen Texten, unerwarteten Wendungen, feinsinnigem Humor, Anspielungen auf die Populärkultur und literarischen Experimenten haben. Von der Schnulze über einen heiteren Blick auf den Alltag bis hin zur Game-of-Thrones-Parodie ist alles dabei.
Die meisten Texte sind inspiriert von Themen, die mich auch selbst beschäftigen – und so manche Hauptfigur ist selbst ein Schriftsteller, der versucht, eine Deadline einzuhalten, eine Autorin, die mit ihrer Muse hadert oder immer im falschen Moment Ideen hat … Viele Autorinnen und Autoren mögen sich da wiedererkennen und tatsächlich gehören auch einige Mitglieder der schreibenden Zunft zu meinen Stammlesern.

Was darf für dich beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?

Das kann ich pauschal gar nicht sagen. Ich schreibe meistens dort, wo es mich überkommt. Stift und Papier oder einen Computer brauche ich immer, aber sonst? Meine Ruhe vielleicht, dass mich keiner stört …

Welche Bücher liest du selbst gerne?

Ich lese querbeet alles. Alte Klassiker, moderne Phantastik, antike Geschichtsschreiber, kitschig-romantische Texte von heute … ich kann und mag mich nicht festlegen. Zu Autoren, die ich schätze, gehören Tolkien, Rowling, Martin, Wolf Haas, Jonathan Stroud, E.T.A. Hoffmann, Ovid, Boccaccio und viele viele mehr.

Was war das letzte Buch, das dich wirklich fasziniert hat?

Das ist eine wirklich schwierige Frage … passend zum gerade erscheinenden „Gruselmeer“ wäre das vielleicht die „Lockwood“-Reihe von Jonathan Stroud. Die Reihe spielt in einem alternativen England vor dem Beginn der Digitalisierung, das von dem „Problem“ in Atem gehalten wird: Die Toten, egal ob der letzten Jahre oder der letzten Jahrhunderte, kehren in Massen als Geister zurück. In gefühlt jedem zweiten Haus spukt es und die Berührung eines Geistes kann von der einfachen Verbrennung über irreversible Schäden bis hin zum Tod alles als Folge haben. Erwachsene können die Geister nicht sehen, nur Kinder – und so bildet man im ganzen Land junge Geisterjäger aus, die des nachts, bewaffnet mit Degen und Salzbomben (Geister mögen kein Metall und kein Salz) ausziehen, um den Toten wieder die letzte Ruhe zu geben.
Was mich hier vor allem fasziniert, ist das Bild, das Stroud von dieser Gesellschaft zeichnet. Er beschränkt sich nicht auf das Erzählen grusliger Geisterjagden, sondern gleichzeitig wird die Geschichte zur Gesellschaftsstudie: Geisterjagd ist ein lukratives Geschäft, Agenturen vermitteln Geisteraustreibungen, die meisten Agenturen werden von Erwachsenen geführt, die ohne mit der Wimper zu zucken Kinder jede Nacht in Gefahren (und manchmal den sicheren Tod) schicken.
Strouds Protagonisten sind aber die Kinder selbst – und während er spannende und gruslige Schauplätze malt, bedient er sich nicht nur vieler klassischer Erzähltechniken, die wir aus alten Gruselfilmen und Comics kennen (Geräusche, unerklärbare Kälte, besondere Gimmicks bei starken Geistern wie ein abgetrennter Kopf, Formwandler und und und), sondern Stroud durchbricht seine eigene Schaueratmosphäre immer wieder mit viel (schwarzem) Humor, bringt lustige Tollpatschigkeiten, herrliches Gezanke und macht klar, dass das eben Kinder sind, die Geister jagen – und verstärkt damit die Gefahr und den Grusel erst recht, denn erst durch den Humor wird die Düsternis noch viel düsterer.

Für mich ist er momentan einer der faszinierendsten und besten Fantasy-Autoren.

Wo findet man dich im Netz?

Mein Kurzgeschichten-Blog: http://tintenfleck.wordpress.com
Twitter: https://twitter.com/tintenfleckblog
Facebook: https://www.facebook.com/tintenfleck.blog/

Die Gruselmeer Autoren #1: Katherina Ushachov

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Hallo ihr lieben,

wie bereits angekündigt, wird am 20.10.2017 unser Gruselmeer erscheinen. Ein hübsches Büchlein mit Geschichten der Schreibmeer-Autoren. Hierfür habe ich mit den Autoren der Anthologie kleine Interviews gemacht, um sie und ihre Geschichten vorzustellen.

Anfangen möchte ich heute mit Katherina Ushachov.

Autorenvita:  Ich bin Katherina Ushachov, online besser bekannt als „Evanesca Feuerblut“. Nach meinem Abschluss in „MA Weltliteratur“ lebe und arbeite ich als freie Lektorin im schönen Vorarlberg.

Im Team bin ich als weitere Autorin dabei. Außerdem lektoriere ich einen Teil der Schreibmeerartikel. Mehr oder weniger aktiv spreche ich neben Deutsch noch drei weitere Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Russisch) und pflege ein leider etwas eingerostetes Latein.

Interessentechnisch bin ich sehr weit gefächert – Sprachen, Kulturen, Wissenschaft. So bin ich leidenschaftliche Conlangerin, gehöre also zu den versponnenen Menschen, die gerne Sprachen basteln. Nicht weil es sich mit dem Aufkommen des „Herr der Ringe“-Hypes in den Nulljahren so gehört, sondern aus Leidenschaft und ganz von alleine.

Ich behaupte von mir jetzt außerdem einfach mal, dass ich mich relativ gut mit Vampiren auskenne, sofern es sich nicht um die romantische Unterart handelt, die glitzert und/oder Schulmädchen verführt. Aber ich kann Vorträge über die verschwimmenden Gendergrenzen in Anne Rice „Vampirchroniken“ aus dem Stegreif halten. Oder erklären, wieso „Dracula“ als es erschien ein sehr versautes Buch gewesen ist.

Romantik an sich ist generell nicht so mein Ding – aber ich kenne mich dafür relativ gut im Fantasy-Segment abseits der ausgetretenen Pfade aus, befasse mich aktiv mit Worldbuilding und lese fast mehr Indie- und Kleinverlagsbücher als welche der „Großen“.

Erzähl mal Katherina, worum geht es in deiner Geschichte „Ein Traum“?

Das ist schwer, ohne zu spoilern. Es geht um einen Menschen, der immer wieder träumt – und in diesen Träumen eine Begegnung hat. Und obwohl diese Begegnung nicht besonders angenehm ist, entfaltet sie einen Sog, dem sich der Mensch nicht entziehen kann.

Wie bist du auf die Idee für deine #Gruselmeer-Kurzgeschichte gekommen?

Das ist so banal, das kann ich fast nicht erzählen … Es gibt auf Facebook viele dieser „lustigen“ Seiten wie „Faktastisch“, „Made my day“ oder „Das ist schmutzig, falsch und moralisch höchst verwerflich. Bin dabei.“ Es ist keine dieser Seiten, aber eine sehr ähnliche, für Freunde des gepflegten Grusels, auf der mir die perfekte Prämisse für eine Gruselgeschichte untergekommen ist.

Verrätst du uns den ersten Satz deines Textes?

„Unser Gehirn ist nicht in der Lage, sich Gesichter auszudenken.“

Was machst du beim Schreibmeer normalerweise?

Wenn ich nicht gerade selbst Artikel schreibe, lektoriere ich die Artikel meiner Teamkolleg*innen.

Was schreibst du sonst so?

Ich habe zwei Großbaustellen beziehungsweise zwei Genres, zu denen ich immer wieder zurückkehre:
Historische Vampirfantasy mit queeren Protas und ohne Romance im Hauptplot. Und Dystopien.
Das hat sich irgendwie von selbst ergeben und ich weiß bis heute nicht, wieso eigentlich. Aber die meisten meiner Vampire gehören zum LGBTA-Spektrum. Dahinter lag keine Absicht, ich schrieb sie schon queer, als ich noch keine Ahnung hatte, wie viele Orientierungen überhaupt existieren. Inzwischen sehe ich mich als politische und auch feministische Autorin – und hoffe, dass dadurch, dass ich queere Wesen einfach einbaue, statt ein Riesengewese darum zu machen, etwas an der Wirklichkeit zu ändern. Worte sind mächtig.
Zur Dystopie bin ich dagegen sehr bewusst gekommen – ich war ein Teenager und habe das Entstehen einer Neonazibewegung in Ländern des ehemaligen Ostblocks mitverfolgt. Parallel dazu beobachtet, was die USA unter Bush mit der Welt anstellt. Also schrieb ich den ersten Roman meines Lebens unter dem Motto „Nie wieder Auschwitz“. Seither kann ich mich von der Dystopie nicht so recht lösen. Dystopische Plotbunnys laufen mir immer dann zu, wenn etwas in der Welt besonders im Argen ist. Gerade drängt ein anderes geopolitisches Thema darauf, in einem Roman verarbeitet zu werden – das mache ich im Oktober.
Ich schreibe aber auch Kurzgeschichten in diversen Genres und tüftle seit Jahren an einer Arcanepunk-Welt herum.

Woran arbeitest du aktuell?

Ich nutze den September, um den letzten Band meiner ersten Vampirromanreihe endlich zu überarbeiten.
Im Oktober möchte ich die in der vorigen Antwort erwähnte Dystopie schreiben und im November ist der NaNoWriMo und somit Zeit für #7Leben Band 3.
Darauf muss ich mich allerdings noch vorbereiten, indem ich recherchiere und zumindest grob plane, was eigentlich passieren soll.

Du hast einen ganz schön engen Zeitplan. Wie schaffst du es, jeden Monat ein neues Projekt zu bearbeiten?

Ich muss :D. Klingt vermutlich bescheuert, aber wenn ich einen Zeitplan halte, dann reicht das fast immer aus, um ihn auch einzuhalten. In der Hinsicht bin ich sehr diszipliniert. Wobei ich nicht jeden Monat ein neues Projekt anfange, ich möchte nur innerhalb eines Monats eins fertig haben.
Aber an den Monaten, die ich nicht zum Schreiben vorsehe, überarbeite ich und das kann auch mal länger dauern.

Was darf für dich beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?

Ich bin sehr anspruchslos. Klar, am liebsten schreibe ich in meinem bequemen Chefsessel, vor zwei Bildschirmen, in meinem tollen Schreibprogramm und mit einem Glas Wasser neben mir.
Aber: Ich kann praktisch überall schreiben und unter jeder Bedingung. Meine NaNoWriMos habe ich eigentlich nur so gut gewonnen, weil ich mir angewöhnt habe, mich von Umständen nicht beeinflussen zu lassen.
Ich schreibe auf Tempotaschentücher. Über OneDrive und Onlineword. In einem Online-Wörterzähler. In One-Note. Auf Handys mit T9.
Was nicht fehlen darf, wären somit vermutlich meine Hände 😀

Welche Bücher liest du selbst gerne?

Ich glaube, es ist einfacher zu definieren, was ich nicht gerne lese und das ist alles, wo Romance den Hauptplot stellt – oder der romantische Subplot zu sehr in den Vordergrund drängt. Geschichten mit viel Herzschmerz und „Kriegt sie/er ihn/sie oder nicht?“ interessieren mich einfach nicht besonders – ich kann mich leichter in einen dreiköpfigen Assassinen vom Planeten Morsmordre hineinversetzen, als in eine verliebte Teenagerin.
Das gleiche Problem habe ich mit auf Erotik ausgerichteten Plots, in denen es darum geht, wer, mit wem und auf welche Weise.
Das soll keine Herabwürdigung dieser Romane sein, ich bin mir sicher, es gibt handwerklich großartige Liebesromane und hervorragende erotische Literatur. Aber ich bin nicht deren Zielgruppe.
Dafür tummeln sich neben Fantasy in vielen Spielarten, Science-Fiction und so manchem historischen Roman ziemlich viele Sachbücher zu allen möglichen Themen in meinem Regal. Ich habe ein riesiges Lexikon der Geheimbünde, ein Buch über russische Zarinnen und eins mit Aufsätzen über das Attentat in der Menschheitsgeschichte. Es gibt Sachbücher, für die würde ich mir vermutlich einen Fuß abhacken lassen, um sie in die Finger zu kriegen.

Das klingt für mich so, als sei dir ein fundiertes Hintergrundwissen für deine Geschichten sehr wichtig. Wie sehr dürfen, deiner Meinung nach, Fantasyelemente die Realität beugen?

So wenig wie möglich. Innerhalb der Welt muss es in sich schlüssig sein – wenn es fliegende Schweine gibt, dann bitte keine dicken rosa Grunztiere mit Puttenflügeln. Da soll dann bitte solide recherchiert werden, wie so ein fliegendes Schwein am Plausibelsten aufgebaut wäre. Wo hat es Muskelansätze? Wo kann es durch Lufteinlagerungen Gewicht sparen? Kann es wirklich fliegen oder nur flattern wie ein Huhn?
Ich besitze beispielsweise zwei Grundlagenwerke zur Astrophysik, um meine Fantasyelemente wissenschaftlich zu unterfüttern. Außerdem habe ich früher viele populärwissenschaftliche Zeitschriften verschlungen. Eins meiner Bücherregale ist zu 70% mit Sekundärliteratur gefüllt, weil mir Fakten und Hintergründe wichtig sind. Fantasy ist nicht die Lizenz zum Unlogischsein.

Wo findet man dich im Netz?

Ich bin im Netz recht umtriebig, auch wenn ich je nach Portal unterschiedlich aktiv bin. Hier erstmal die üblichen Verdächtigen:

Website:  https://feuerblut.com/

Twitter:  https://twitter.com/evanesca

Instagram:  https://www.instagram.com/evanesca_feuerblut/

Facebook: https://www.facebook.com/katherina.ushachov.autorin

Außerdem betreibe ich ein Forum für Autor*innen (das http://www.antikreatief.de/ ), bin selbst Mitglied in mehreren hervorragenden Schreibforen (besonders hervorheben möchte ich hier den Tintenzirkel), gehöre zu den Autorinnen der Märchenspinnerei (http://maerchenspinner.layeredmind.de/) und zu den Nornen im Nornennetz (http://nornennetz.aeom.de/).

#Gruselmeer

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Hallo ihr lieben,

jetzt ist es so weit, ich darf offiziell verkünden, was es mit dem #Gruselmeer auf sich hat. Am 20.10.2017 erscheint die zweite Anthologie der Schreibmeer-Autoren. Ihr könnt es euch anhand des Titels und des Erscheinungszeitraumes wohl schon denken … es wird gruselig. In unseren Kurzgeschichten entführen wir euch an magische, unheilvolle und auch grausige Orte. Taucht mit uns ein in die finstersten Ecken des Schreibmeers.

Ich bin auch mit meiner Kurzgeschichte „Das Amulett von Whitby“ vertreten. Worum es genau geht wird noch nicht verraten. Hier ein winzig kleiner Ausschnitt: