Rosa Plastikschischi im Weihnachtsland

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Hallo ihr lieben,

bei einem Treffen meiner Schreibgruppe haben wir kurze 10-Minuten Texte zu ein paarzufällig ausgewählten Gegenständen geschrieben. Dabei kam bei mir was kleines, weihnachtliches heraus, das ich euch nicht vorenthalten möchte 😀 Viel Spaß!

Rosa Plastikschischi im Weihnachtsland

»Diese dämlichen … blöden … dieses doofe … rosa … künstliche Plastikschischi!« Der Weihnachtsmann rannte genervt durch die Qualitätsprüfungsabteilung seiner Geschenkeproduktion. An seinem Fuß klebten pinke Plastikfetzen.

»Seh ich schlimm aus?«, fragte der kleine Elf, den der Weihnachtsmann behutsam im Arm trug.

»Alles halb so wild«, knurrte er durch die zusammengebissenen Zähne. Er hoffte, dass der Elf die Unsicherheit in seiner Simme nicht erkannte. Sein Gesicht war grün und blau angeschwollen und über seinem rechten Auge befand sich eine üble Platzwunde, die nun eine rote Spur auf dem Boden hinterließ.

»Meinst du, wir bekommen die Schwimminselflamingos rechtzeitig fertig, Chef?«, murmelte der Elf halb bewusstlos. Das Herz des Weihnachtsmannes zog sich zusammen. Wie immer war er ergriffen von der Liebe seiner Elfen zu ihrem Job und zum Weihnachtsfest.

»Bestimmt«, sagte er, obwohl er sich nicht sicher war. Das Problem mit den Nähten in den dünnen Plastikplanen hatten sie immer wieder. Dieses Jahr war gleich der erste Flamingo, den sie getestet hatten, zerrissen. Besser gesagt, explodiert. Der kleine Elf an der Aufpumpmaschine hatte keine Chance gehabt.

Mit ihren umgerüsteten Strandballschweißmaschinen war das Problem wohl kaum in den Griff zu bekommen. Leider konnte er, als Weihnachtsmann, nicht einfach irgendwem einen Wunschzettel schreiben. Sonst hätte er sich längst eine vernünftige Industriemaschine gewünscht.

Wie schön war es gewesen, als Kinder sich nur Puppen, Schaukelpferde und Holzautos gewünscht hatten.

Mittlerweile war er mit dem Elf an der Krankenstation angekommen. Eine rundliche Elfin nahm ihm den kleinen Kerl ab. Mitleidig blickte der Weihnachtsmann dem Elfen nach, als die Krankenschwester mit ihm in einem der kleinen Untersuchungszimmer verschwand. Eines wusste er mit Sicherheit: Das Kind, welches sich als nächstes von ihm einfach nur eine Matrjoschka wünschte, würde für immer reich beschenkt werden. Egal, wie unartig es war.

1 Kommentar zu “Rosa Plastikschischi im Weihnachtsland

  1. Ach – gute Besserung dem kleinen Elf…:-)

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