Schreibkick #54: Dumme Fee bei Licht & DSGVO

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Hallo ihr lieben,

wiedermal ist Schreibkick-Zeit. Und wie ihr seht, gibt es meinen Blog noch. In den letzten Wochen (bzw. am 25.05.2018) haben viele ihre Blogs geschlossen, da die DSGVO zu viele Unsicherheiten für viele Autoren mit sich bringt, was ich sehr schade finde. Auch ich war ziemlich beschäftigt damit, Hilfeartikel für Blogger zu lesen, da ich mit den Gesetzestexten nicht allzu viel anfangen kann. Ich habe versucht, mich so gut wie möglich in die Thematik einzuarbeiten und die Empfehlungen bezüglich Plugins, Fonts, Social Media Buttons usw. zu befolgen. Ich hoffe, das ist mir gelungen.
Warum ich das hier schreibe? Das Ganze war doch recht zeitaufwändig und auch wenn ich dieses Mal wirklich rechtzeitig angefangen habe meinen Schreibkick zu planen, konnte ich erst heute früh anfangen zu schreiben. Daher gibt es hier nun den Teil, den ich bisher habe, die Fortsetzung folgt dann entweder im Laufe des Monats oder zum 01.07.2018, wenn ich einen Weg finde, das aktuelle Thema in die Geschichte einzuarbeiten 🙂
Beim letzten Mal gab es mehrere Themen vom Buchtitelgenerator zur Auswahl. Ich habe „Dumme Fee bei Licht“ gewählt.

Dumme Fee bei Licht

»Schau mal hier!«, rief Bastian von weiter oben. Er stand am Abhang, halb versteckt hinter einem Baum, doch ich konnte noch sehen, dass er auf eine Stelle am Erdhang vor sich zeigte.
»Was ist denn da?«, fragte ich.
»Ich glaube, da gehts rein. Irgendeine Höhle oder so.«
»Bist du dir sicher?«
»Ja. Man sieht das Loch nur von hier aus.« Er lehnte sich nach vorne und versuchte wohl, in der Dunkelheit etwas zu erkennen. »Da ist Licht, glaube ich.«
»Kann nicht sein!« Mein Bruder versuchte wohl, wie so oft, mich reinzulegen. Wenn ich bei ihm angekommen war, würde er mir vermutlich Matsch ins Gesicht schmieren und mich dafür auslachen, dass ich ihm auf den Leim gegangen war.
»Doch!«
Er schien wirklich aufgeregt.
»Warte auf mich.« Hastig kletterte ich weiter nach oben. Eigentlich hatten wir bis auf den Hügel hinauf klettern wollen, in der Hoffnung, von dort einen guten Überblick über den Wald zu haben. Dort wollten wir dann unser Lager errichten. Wir spielten Räuber und brauchten ein gutes Versteckt mit weiter Sicht, um unsere Beute ausfindig machen zu können. Aber eine Höhle wäre natürlich noch besser. Von der Höhe, auf der Bastian sich befand, musste man auch schon einiges sehen können.
Die Erde unter mir war glitschig. Ständig rutschte ich ab, konnte mich aber immer wieder fangen. Mit schlammverschmierten Händen kam ich bei ihm an. Er streckte mir seine ebenfalls dreckige Hand entgegen und half mir die letzten Schritte nach oben, bis auf ich auf den Wurzeln des Baumes Halt gefunden hatte.
»Da, schau.«
Ich folgte seinem Blick. Da war tatsächlich ein Höhleneingang, sehr schmal und von irgendwelchen Büschen gut verdeckt.
»Wenn du dich ein bisschen vorbeugst, sieht es aus, als ob da ein Licht an den Wänden schimmert.«
Misstrauisch sah ich ihn an. Doch das Funkeln, das er sonst in seinen Augen hatte, wenn er mich reinlegen wollte, konnte ich nicht entdecken. Er sah ziemlich ernst aus.
»Okay, aber schubs mich nicht, ja?«
»Nein. Keine Sorge.«
Ich lehnte mich nach vorne, schob ein paar Äste zur Seite und blickte hinein. Der Gang war schmal, aber krabbelnd könnten wir hineinpassen. Doch in ein paar Metern Entfernung sah es so aus, als würde die Höhle einen Knick machen. Dort war tatsächlich ein leichter Lichtschein an den Wänden auszumachen. Oder bildete ich mir das nur ein? Ich kniff meine Augen zusammen, um besser sehen zu können. Doch es half nichts, ich war mir nicht sicher.
Vorsichtig richtete ich mich wieder auf. »Das Licht kommt bestimmt von der anderen Seite«, versuchte ich, die Situation logisch zu erklären.
»Das kann nicht sein. Gugg doch mal, wie groß der Hügel ist. Niemals scheint das Licht von der anderen Seite so weit.«
»Oder da ist ein Loch von oben.«
Wir beide richteten unseren Blick zu unserem ursprünglichen Ziel.
»Nein«, meinte Bastian auch diesmal. »Auch zu weit.«
Ich zuckte mit den Schultern. »Irgendeine logische Erklärung wird es schon geben.«
»Was, wenn da drinnen jemand wohnt?«, flüsterte Bastian.
Mit zusammengezogenen Augenbrauen sah ich ihn an. »Ja genau. Und der Osterhase bringt die Eier.«
»Mach dich nicht über mich lustig«, meinte Basti halb beleidigt.
»Schon gut. Mach ich ja nicht.«
Ich seufzte. »Und was machen wir jetzt?«
»Na wir gehen rein«, meinte er.
»Bist du dir sicher?«
»Hey, wir sind Räuber, die ein Versteck brauchen, richtig? Was gibt es besseres als eine Höhle.«
»Ja, aber das ist ein Spiel. Was wenn da wirklich wer drin ist?«
»Ach was.«
Basti schob sich an mir vorbei und kletterte durch die Büsche hindurch in den Spalt. Kurz darauf war er ganz darin verschwunden.
»Kommst du?« Hörte ich ihn gedämpft rufen. So ein Idiot.
Genervt kletterte ich hinterher. Die Erde unter meinen Fingern war kühl und feucht. Es roch nach Regen und Schlamm. Ich spürte, wie an meinen Knien Feuchtigkeit durch die Jeans dran. Das würde Ärger geben, wenn wir nachhause kamen.
Ich begann zu zittern, als ich vollständig in die Höhle geklettert war und konnte nicht sicher sagen, ob vor Aufregung, oder aufgrund der Kälte, die hier herrschte. Bastian war nur ein Schemen vor dem schwachen Lichtschein. Er krabbelte Stück für Stück vorwärts.
»Warte!« Zügig versuchte ich, aufzuschließen. Ich wollte hier drin nicht alleine sein.
Als Basti an der Biegung ankam, hielt er an. »Wow«, hörte ich ihn flüstern. »Das ist ja … komm schnell Margret.«
»Was ist denn?« Meine Stimme klang höher als sonst, dabei wollte ich mir meine Angst nicht anmerken lassen. Als ich ebenfalls an der Stelle ankam, blickte ich über seine Schulter hinweg. Der Gang wurde breiter und höher, in einiger Entfernung waren glühende Lichter zu erkennen. Das Erdreich an den Wänden der Höhle schien durchlöchert und zwischen diesen Löchern schwirrten kleine Wesen umher. Ich konnte nicht erkennen, was es für Tiere waren.
»Komm, lass uns da hin!«
»Nein.« Ich hielt meinen Bruder an der Schulter zurück.
»Ach Maggie, sei nicht so ängstlich. Die sind doch winzig.«
Ich hasste es, wenn er mich Maggie nannte. »Ja, aber vielleicht können sie stechen. Erinnerst du dich, als Sophie letztes Jahr allergisch auf den Wespenstich reagiert hat? Die wäre beinahe gestorben.«
»Ach Quatsch, so schnell stirbt man nicht. Und das sind doch keine Wespen.«
»Eben. Aber wir wissen auch nicht, was das dann für Viecher sind. An manchen Stichen kann man sterben.«
»Ja. Aber hier in Deutschland doch nicht. Irgendwo in Afrika oder Australien vielleicht.«
Ich rollte mit den Augen. »Vielleicht sind die da ja neu hier?«
»Blödsinn. Ich gehe hin.«
Bastian riss sich von mir los, krabbelte ein Stück vorwärts und richtete sich dann in der Höhle auf.
»Mist.« Ich tat es ihm gleich. Um nichts in der Welt wäre ich alleine in dem dunklen Teil der Höhle zurückgeblieben.
Vorsichtig traten wir weiter in den beleuchteten Raum hinein. Noch immer konnte ich nicht erkennen, was genau die Lichter an den Wänden waren. Wir waren nun um einiges näher an den fliegenden Wesen dran, als diese plötzlich aufhörten, zwischen den Löchern in der Wand umherzufliegen. Sie verharrten in der Luft und wandten sich uns zu. Dann kamen sie näher. Mein Herz begann zu rasen. Ich erkannte, dass es winzige menschenähnliche Kreaturen mit Flügeln waren. Feen oder sowas. Basti hob abwehrend die Hände vor das Gesicht, beide wichen wir einige Schritte zurück. Jetzt konnte ich erkennen, dass manche von ihnen winzige Speere in den Händen hielten. Damit würde sie uns wohl kaum ernsthaft verletzen können. Außer, sie waren vergiftet.
Innerhalb weniger Sekunden waren wir umzingelt. Hunderte kleiner Körper umschwirrten uns. Ich zuckte zusammen, als einer von ihnen mich mit seinem Speer pikste, aber ich traute mich nicht, nach ihm zu schlagen. Ich hatte Angst, dass dann die ganze Meute auf uns losgehen würde.
Eine der Feen verharrte zwischen uns in der Luft.
»Was tut ihr hier?«
Ihre Stimme war hoch und klang wie das Kratzen auf der Tafel in der Schule.
Ich war starr vor Angst und nicht in der Lage, zu antworten.

Das Thema für den 01.07.2018 ist: Monster

Diesen Monat waren dabei:
Eva (Asche)
Veronika (Die fragenden Lippen in der Burg)
Rina P. (Dumme Fee bei Licht)

4 Kommentare zu “Schreibkick #54: Dumme Fee bei Licht & DSGVO

  1. […] Sabi […]

  2. Sehr spannend. Da bin ich auf die Fortsetzung gespannt. Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende.

    https://geschichtszauberei.wordpress.com/2018/06/01/schreibkicks-dumme-fee-bei-licht/

  3. Cool! Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt. Liebe Grüße und auch von mir ein schönes Wochenende.
    Veronika

  4. […] haben Eva Sabi Lianne Rina […]

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