Schreibkick #57: (kalter Kaffee und) warme Limonade

Veröffentlicht am von 1 Kommentar

Hallo ihr lieben,

ich habe meinen Text (halbwegs) fertig, auch wenn ich mit einigen Stellen noch nicht ganz zufrieden bin. Ich habe ja den Schreibkick im August verpasst, für den Nicole noch schnell ein Thema vorgeschlagen hatte (kalter Kaffee). Daraufhin hatte ich für den September ein Thema ausgewählt, das dazu passt, so dass man sie auch mixen kann. Genau das habe ich getan und es ist ein Songtext draus geworden.
Angefangen hat alles mit dem Gedanken, dass ich kalten Kaffee ganz gerne mag und Limonade muss für mich auch nicht eisgekült sein, sondern darf gerne Zimmertemperatur haben. Also kam mir der Gedanke, dass sich das ganze für ein Liebeslied eignen könnte, in dem es darum geht, dass man in den Schwächen des Anderen auch Stärken sehen kann (kalter Kaffee macht schön….). Das Ergebnis, wie ihr unten lesen könnt, ist eher … naja… äh… ein sehr ironisches Liebeslied.

Ich hatte ja ein paar Hintergrundinfos versprochen, als Entschädigung, weil ich schon wieder zu spät dran bin 😀 Also los gehts…

Ich sammle meistens erstmal Ideen. Unten sehr ihr die Doppelseite aus meinem Notizbuch (ihr seht, ich gehöre nicht zu denen, die aus dem Notizenschreiben einen Schönheitswettbewerb machen 😉 ). Die ist nicht auf einmal entstanden, sondern zu mehreren Zeitpunkten über drei Tage hinweg. Die Ideen sind noch vollkommen unsortiert. Zu dem Zeitpunkt weiß ich oft schon, was vermutlich zum Refrain werden wird und was in die Strophen passen könnte. Das heißt aber nicht, dass ich alles aufnehme. Die Zeile mit den Engelsflügeln vom Kostümverleih (rechts oben) hat es z.B. nicht in den fertigen Text geschafft.

Für Ideen, die ich gut finde, aber keinen Reim habe, obwohl ich dringend einen bräuchte, mache ich dann ein worksheet. Das sieht so aus:

In der Zeile mit dem Baum wusste ich nicht weiter. Ich wollte das Bild gerne behalten, wusste aber nicht, wie ich weitermachen könnte. Also habe ich im Reimlexikon Wörter gesucht, die passen könnten. Zunächst hatte mich nichts überzeugt, also wollte ich aus „umgefallener Baum“ einen „abgerissenen Ast“ machen. Aber auch das hat mich nicht überzeugt. „Vertrauen“ hat für mich an der Stelle gepasst, doch in der ersten Version von dem Satz habe ich es nicht unterbekommen. Aber manchmal sieht man halt den Wald vor lauter Bäumen nicht… nachdem ich einfach den Satz ein wenig umgebaut habe, passt es nun.

Dann sortiere ich am PC meine Ideen. Dafür nutze ich das Boxen-System, das ich in einem Songwritingkurs von Pat Pattison auf coursera.org gelernt habe (damals war das alles noch gratis, jetzt, glaube ich, leider nicht mehr). Dabei soll der Refrain mit jedem Mal an Bedeutung gewinnen, oder diese verändern.

Meine Boxen für den Song könnten so aussehen (Ich formuliere das nie aus, sondern habe das nur so für mich im Hinterkopf):

Box1: Wir sind wirklich nichts besonderes, keiner will uns haben, es gibt wirklich bessere.

Box2: Aber hey, wir haben auch unsere Vorteile, sooo schlecht sind wir garnicht.

Box3: Eigentlich finden wir uns sogar ziemlich cool und wollen garnichts anderes.

In dieses System sortiere ich dann meine Ideen, schmeiße unpassende raus, finde neue, die besser passen und sortiere in Refrain, Strophen und Bridge.

Das Ergebnis sieht dann in diesem Fall so aus:

Kalter Kaffee und warme Limonade

V1:

Ich bin der schwächste Stern am Firmament,
das Licht, das nur sacht flackernd brennt
keine Woge der Begeisterung,
sondern nur ein leises Plätschern

Du bist ein super sanftes Liebeslied
Das vor Klischees nur so trieft,
meine bessre Hälfte,
doch das ist auch nicht schwer.

Chorus:

Wir sind wie kalter Kaffee und warme Limonade
Garicht mal so übel, aber keiner will uns haben.
Zur Not gerade recht,
doch von zu viel wird dir schecht.
Wir ham uns arrangiert
und sind recht lange schon liiert.

V2:

Ich bin kein Fels in einer Brandung,
nur ein umgefallener Baum,
doch hältst du dich gut fest,
kannst du mir durchaus vertrauen.

Du hast keine große Yacht,
dafür ne Luftmatratze.
Du holst mich mit dem Fahrrad ab,
ziemlich Kamikaze.

Chorus:

Wir sind wie kalter Kaffee und warme Limonade
Garicht mal so übel, aber keiner will uns haben.
Zur Not gerade recht,
doch von zu viel wird dir schecht.
Wir ham uns arrangiert
und sind für immer liiert.

V3:

Ich mit einem Sahnehäubchen,
das gefällt dir doch, mein Täubchen.
Ne Kugel Eis dann noch dazu
Darauf stehst du, gib es zu!

Und auch aus dir kann man was machen:
Ein bisschen Zimt, ein bisschen Apfel,
und nen Schlückchen noch vom Rum,
schon schlagen sich alle drum.

Bridge:

Die schwäbische Alb ist unser Hawaii,
Die Karaoke Bar unser Oscar-Verleih.
Berlin unser New York,
Balkon der Lieblingsort.
Du bist die Mittelmaß-Meisterklasse,
drum weiß ich, dass ich zu dir passe.

Chorus:

Wir sind wie kalter Kaffee und warme Limonade
Garicht mal so übel, aber keiner will uns haben.
Zur Not gerade recht,
doch von zu viel wird dir schecht
Wir ham uns arrangiert
und sind sehr glücklich liiert.

🙂 So, ich hoffe, der Text gefällt euch und ihr konntet mit den kleinen Hintergrundinfos was anfangen.

Liebe Grüße,
Sabi

Diesen Monat waren dabei:
Nicole
Frau Vro

Das Thema für den 01.10.2018 ist: Freundschaft

1 Kommentar zu “Schreibkick #57: (kalter Kaffee und) warme Limonade

  1. Liebe Sabi,

    ich bin mal wieder hin und weg – ich liebe Deine Songs und vielleicht gibt es ja den irgendwann auch auf die Ohren?!!! *hoffimstillen* Tolle Idee, mehr davon! <3

    Liebe Grüße
    Nicole

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