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Schreibkick #58: Freundschaft

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Hallo ihr,

hier ist mein Schreibkick zum Thema „Freundschaft“. Es ist wieder ein Songtext.

Übringens muss ich euch Schreibkickern mal sagen, wie cool ich das finde, dass ihr euch alle so super untereinander verlinkt, auch wenn ich nicht rechtzeitig fertig bin. Das finde ich klasse!!! Ihr seid toll <3

Bunter Regenschirm

V1:
Wir trafen uns im Nieselregen,
waren uns sogleich vertraut,
tauschten innigste Gedanken.
Die Wolken über uns klarten auf.
Der Dunst verweht von einer Brise,
rannten wir durch Sommerwiesen
immer schneller der Sonne entgegen

Refrain:
Gemeinsam trotzen wir dem Wetter,
ob Sonne, Hagel oder Sturm,
tropft es auch auf Rosenblätter
tanzen wir weiter,
dank unsrem bunten Regenschirm

V2:
Ein Gewitter braute sich zusammen,
Blitze zuckten über dir.
Du warst durchnässt, durchgefroren,
ich bahnte mir den Weg zu dir.
Zusammen sitzen wir im Regen,
unter unsrem bunten Schirm,
bis der Sturm vergeht.

Refrain:
Gemeinsam trotzen wir dem Wetter,
ob Sonne, Hagel oder Sturm,
tropft es auch auf Rosenblätter
tanzen wir weiter,
dank unsrem bunten Regenschirm

V3:
Ich sitz in meiner dunklen Höhle,
draußen tobt und kracht der Sturm,
der Schirm steht in der dunklen Ecke,
allein trau ich mich eh nicht raus.
Der Bach bringt eine Flaschenpost,
ich öffne sie, beginn zu lesen,

Bridge:
Du schreibst, dich stört das kalte Wetter,
denn, der Hagel tut dir weh,
bleibst lieber auf der schönen Wiese,
traust dich nicht durch den Sturm zu mir

Refrain:
Alleine trotze ich dem Wetter,
ob Sonne, Hagel oder Sturm,
tropft es auf die Rosenblätter,
gehe ich weiter,
mit meinem bunten Regenschirm.

Diesen Monat waren dabei:
Veronika
Nicole Vergin
Klatschmohnrot
Rina P.
Corly

Das Thema für den 1.11.2018 ist: Herbstmomente

Schreibkick #57: (kalter Kaffee und) warme Limonade

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Hallo ihr lieben,

ich habe meinen Text (halbwegs) fertig, auch wenn ich mit einigen Stellen noch nicht ganz zufrieden bin. Ich habe ja den Schreibkick im August verpasst, für den Nicole noch schnell ein Thema vorgeschlagen hatte (kalter Kaffee). Daraufhin hatte ich für den September ein Thema ausgewählt, das dazu passt, so dass man sie auch mixen kann. Genau das habe ich getan und es ist ein Songtext draus geworden.
Angefangen hat alles mit dem Gedanken, dass ich kalten Kaffee ganz gerne mag und Limonade muss für mich auch nicht eisgekült sein, sondern darf gerne Zimmertemperatur haben. Also kam mir der Gedanke, dass sich das ganze für ein Liebeslied eignen könnte, in dem es darum geht, dass man in den Schwächen des Anderen auch Stärken sehen kann (kalter Kaffee macht schön….). Das Ergebnis, wie ihr unten lesen könnt, ist eher … naja… äh… ein sehr ironisches Liebeslied.

Ich hatte ja ein paar Hintergrundinfos versprochen, als Entschädigung, weil ich schon wieder zu spät dran bin 😀 Also los gehts…

Ich sammle meistens erstmal Ideen. Unten sehr ihr die Doppelseite aus meinem Notizbuch (ihr seht, ich gehöre nicht zu denen, die aus dem Notizenschreiben einen Schönheitswettbewerb machen 😉 ). Die ist nicht auf einmal entstanden, sondern zu mehreren Zeitpunkten über drei Tage hinweg. Die Ideen sind noch vollkommen unsortiert. Zu dem Zeitpunkt weiß ich oft schon, was vermutlich zum Refrain werden wird und was in die Strophen passen könnte. Das heißt aber nicht, dass ich alles aufnehme. Die Zeile mit den Engelsflügeln vom Kostümverleih (rechts oben) hat es z.B. nicht in den fertigen Text geschafft.

Für Ideen, die ich gut finde, aber keinen Reim habe, obwohl ich dringend einen bräuchte, mache ich dann ein worksheet. Das sieht so aus:

In der Zeile mit dem Baum wusste ich nicht weiter. Ich wollte das Bild gerne behalten, wusste aber nicht, wie ich weitermachen könnte. Also habe ich im Reimlexikon Wörter gesucht, die passen könnten. Zunächst hatte mich nichts überzeugt, also wollte ich aus „umgefallener Baum“ einen „abgerissenen Ast“ machen. Aber auch das hat mich nicht überzeugt. „Vertrauen“ hat für mich an der Stelle gepasst, doch in der ersten Version von dem Satz habe ich es nicht unterbekommen. Aber manchmal sieht man halt den Wald vor lauter Bäumen nicht… nachdem ich einfach den Satz ein wenig umgebaut habe, passt es nun.

Dann sortiere ich am PC meine Ideen. Dafür nutze ich das Boxen-System, das ich in einem Songwritingkurs von Pat Pattison auf coursera.org gelernt habe (damals war das alles noch gratis, jetzt, glaube ich, leider nicht mehr). Dabei soll der Refrain mit jedem Mal an Bedeutung gewinnen, oder diese verändern.

Meine Boxen für den Song könnten so aussehen (Ich formuliere das nie aus, sondern habe das nur so für mich im Hinterkopf):

Box1: Wir sind wirklich nichts besonderes, keiner will uns haben, es gibt wirklich bessere.

Box2: Aber hey, wir haben auch unsere Vorteile, sooo schlecht sind wir garnicht.

Box3: Eigentlich finden wir uns sogar ziemlich cool und wollen garnichts anderes.

In dieses System sortiere ich dann meine Ideen, schmeiße unpassende raus, finde neue, die besser passen und sortiere in Refrain, Strophen und Bridge.

Das Ergebnis sieht dann in diesem Fall so aus:

Kalter Kaffee und warme Limonade

V1:

Ich bin der schwächste Stern am Firmament,
das Licht, das nur sacht flackernd brennt
keine Woge der Begeisterung,
sondern nur ein leises Plätschern

Du bist ein super sanftes Liebeslied
Das vor Klischees nur so trieft,
meine bessre Hälfte,
doch das ist auch nicht schwer.

Chorus:

Wir sind wie kalter Kaffee und warme Limonade
Garicht mal so übel, aber keiner will uns haben.
Zur Not gerade recht,
doch von zu viel wird dir schecht.
Wir ham uns arrangiert
und sind recht lange schon liiert.

V2:

Ich bin kein Fels in einer Brandung,
nur ein umgefallener Baum,
doch hältst du dich gut fest,
kannst du mir durchaus vertrauen.

Du hast keine große Yacht,
dafür ne Luftmatratze.
Du holst mich mit dem Fahrrad ab,
ziemlich Kamikaze.

Chorus:

Wir sind wie kalter Kaffee und warme Limonade
Garicht mal so übel, aber keiner will uns haben.
Zur Not gerade recht,
doch von zu viel wird dir schecht.
Wir ham uns arrangiert
und sind für immer liiert.

V3:

Ich mit einem Sahnehäubchen,
das gefällt dir doch, mein Täubchen.
Ne Kugel Eis dann noch dazu
Darauf stehst du, gib es zu!

Und auch aus dir kann man was machen:
Ein bisschen Zimt, ein bisschen Apfel,
und nen Schlückchen noch vom Rum,
schon schlagen sich alle drum.

Bridge:

Die schwäbische Alb ist unser Hawaii,
Die Karaoke Bar unser Oscar-Verleih.
Berlin unser New York,
Balkon der Lieblingsort.
Du bist die Mittelmaß-Meisterklasse,
drum weiß ich, dass ich zu dir passe.

Chorus:

Wir sind wie kalter Kaffee und warme Limonade
Garicht mal so übel, aber keiner will uns haben.
Zur Not gerade recht,
doch von zu viel wird dir schecht
Wir ham uns arrangiert
und sind sehr glücklich liiert.

🙂 So, ich hoffe, der Text gefällt euch und ihr konntet mit den kleinen Hintergrundinfos was anfangen.

Liebe Grüße,
Sabi

Diesen Monat waren dabei:
Nicole
Frau Vro

Das Thema für den 01.10.2018 ist: Freundschaft

Schreibkick #55: Monster / #56: kalter Kaffee

Veröffentlicht am von 6 Kommentare

Hallo ihr lieben,

ich bin die letzten Wochen zu nichts gekommen, da ich viel zu tun hatte und dann im Urlaub war. Daher kommt hier nun mein Nachtrag zum Schreibkick Monster.
Nicole hat kurzfristig per Facebook noch ein Thema für den 1.8. vorgeschlagen: kalter Kaffee

Das Schlaflied habe ich vor Jahren mal für eine Anthologie geschrieben, die ich dann nicht fertiggestellt habe. Das war eines meiner ersten Projekte, an das ich noch ziemlich planlos rangegangen bin 🙂

Schlaflied

Schau nur die liebe Sonne färbt den Himmel ganz rot
Bald funkeln die vielen Sterne und es lächelt der Mond
Dann fallen deine Äuglein zu, im Bettchen so weich
Und du wanderst hinüber in dein kleines Träumereich

Und auch die Monster unterm Bett
Sind doch eigentlich ganz nett
Und singen mit uns das Schlaflied

Und dann in deinem Traumland erlebst du ganz viel
Du triffst auf liebe Elfen und ein zahmes Krokodil
Einen König rettest du vor einem Drachen mit dem Schwert
Und du wirst von ihm zu neuen Helden erklärt

Und auch das Monster aus dem Schrank
Braut an einem Liebestrank
Und singt mit uns das Schlaflied

Am Morgen geht dann die Sonne ganz langsam wieder auf
Du erwachst aus deinen Träumen und bist schon gut drauf
Der Mond winkt ein letztes Mal zum Abschied dir zu
Und verschwindet hinter den Wiesen im Morgengrau

Und sogar das Monster in der Küche
Freut sich auf seine Müslischüssel
Und singt mit uns das Schlaflied

Und alle Monster in der Wohnung
Finden singen voll in Ordnung
Und singen mit uns das Schlaflied

„Monster“-Geschichten:
Veronika
Rina

„kalter Kaffee“-Geschichten:
Nicole
Veronika
Rina

Das Thema für den 01.09.2018 ist: warme Limonade
Wer mag, kann auch mit dem Thema von Nicole kombinieren: warme Limonade und kalter Kaffee

 

Schreibkick #54: Dumme Fee bei Licht & DSGVO

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Hallo ihr lieben,

wiedermal ist Schreibkick-Zeit. Und wie ihr seht, gibt es meinen Blog noch. In den letzten Wochen (bzw. am 25.05.2018) haben viele ihre Blogs geschlossen, da die DSGVO zu viele Unsicherheiten für viele Autoren mit sich bringt, was ich sehr schade finde. Auch ich war ziemlich beschäftigt damit, Hilfeartikel für Blogger zu lesen, da ich mit den Gesetzestexten nicht allzu viel anfangen kann. Ich habe versucht, mich so gut wie möglich in die Thematik einzuarbeiten und die Empfehlungen bezüglich Plugins, Fonts, Social Media Buttons usw. zu befolgen. Ich hoffe, das ist mir gelungen.
Warum ich das hier schreibe? Das Ganze war doch recht zeitaufwändig und auch wenn ich dieses Mal wirklich rechtzeitig angefangen habe meinen Schreibkick zu planen, konnte ich erst heute früh anfangen zu schreiben. Daher gibt es hier nun den Teil, den ich bisher habe, die Fortsetzung folgt dann entweder im Laufe des Monats oder zum 01.07.2018, wenn ich einen Weg finde, das aktuelle Thema in die Geschichte einzuarbeiten 🙂
Beim letzten Mal gab es mehrere Themen vom Buchtitelgenerator zur Auswahl. Ich habe „Dumme Fee bei Licht“ gewählt.

Dumme Fee bei Licht

»Schau mal hier!«, rief Bastian von weiter oben. Er stand am Abhang, halb versteckt hinter einem Baum, doch ich konnte noch sehen, dass er auf eine Stelle am Erdhang vor sich zeigte.
»Was ist denn da?«, fragte ich.
»Ich glaube, da gehts rein. Irgendeine Höhle oder so.«
»Bist du dir sicher?«
»Ja. Man sieht das Loch nur von hier aus.« Er lehnte sich nach vorne und versuchte wohl, in der Dunkelheit etwas zu erkennen. »Da ist Licht, glaube ich.«
»Kann nicht sein!« Mein Bruder versuchte wohl, wie so oft, mich reinzulegen. Wenn ich bei ihm angekommen war, würde er mir vermutlich Matsch ins Gesicht schmieren und mich dafür auslachen, dass ich ihm auf den Leim gegangen war.
»Doch!«
Er schien wirklich aufgeregt.
»Warte auf mich.« Hastig kletterte ich weiter nach oben. Eigentlich hatten wir bis auf den Hügel hinauf klettern wollen, in der Hoffnung, von dort einen guten Überblick über den Wald zu haben. Dort wollten wir dann unser Lager errichten. Wir spielten Räuber und brauchten ein gutes Versteckt mit weiter Sicht, um unsere Beute ausfindig machen zu können. Aber eine Höhle wäre natürlich noch besser. Von der Höhe, auf der Bastian sich befand, musste man auch schon einiges sehen können.
Die Erde unter mir war glitschig. Ständig rutschte ich ab, konnte mich aber immer wieder fangen. Mit schlammverschmierten Händen kam ich bei ihm an. Er streckte mir seine ebenfalls dreckige Hand entgegen und half mir die letzten Schritte nach oben, bis auf ich auf den Wurzeln des Baumes Halt gefunden hatte.
»Da, schau.«
Ich folgte seinem Blick. Da war tatsächlich ein Höhleneingang, sehr schmal und von irgendwelchen Büschen gut verdeckt.
»Wenn du dich ein bisschen vorbeugst, sieht es aus, als ob da ein Licht an den Wänden schimmert.«
Misstrauisch sah ich ihn an. Doch das Funkeln, das er sonst in seinen Augen hatte, wenn er mich reinlegen wollte, konnte ich nicht entdecken. Er sah ziemlich ernst aus.
»Okay, aber schubs mich nicht, ja?«
»Nein. Keine Sorge.«
Ich lehnte mich nach vorne, schob ein paar Äste zur Seite und blickte hinein. Der Gang war schmal, aber krabbelnd könnten wir hineinpassen. Doch in ein paar Metern Entfernung sah es so aus, als würde die Höhle einen Knick machen. Dort war tatsächlich ein leichter Lichtschein an den Wänden auszumachen. Oder bildete ich mir das nur ein? Ich kniff meine Augen zusammen, um besser sehen zu können. Doch es half nichts, ich war mir nicht sicher.
Vorsichtig richtete ich mich wieder auf. »Das Licht kommt bestimmt von der anderen Seite«, versuchte ich, die Situation logisch zu erklären.
»Das kann nicht sein. Gugg doch mal, wie groß der Hügel ist. Niemals scheint das Licht von der anderen Seite so weit.«
»Oder da ist ein Loch von oben.«
Wir beide richteten unseren Blick zu unserem ursprünglichen Ziel.
»Nein«, meinte Bastian auch diesmal. »Auch zu weit.«
Ich zuckte mit den Schultern. »Irgendeine logische Erklärung wird es schon geben.«
»Was, wenn da drinnen jemand wohnt?«, flüsterte Bastian.
Mit zusammengezogenen Augenbrauen sah ich ihn an. »Ja genau. Und der Osterhase bringt die Eier.«
»Mach dich nicht über mich lustig«, meinte Basti halb beleidigt.
»Schon gut. Mach ich ja nicht.«
Ich seufzte. »Und was machen wir jetzt?«
»Na wir gehen rein«, meinte er.
»Bist du dir sicher?«
»Hey, wir sind Räuber, die ein Versteck brauchen, richtig? Was gibt es besseres als eine Höhle.«
»Ja, aber das ist ein Spiel. Was wenn da wirklich wer drin ist?«
»Ach was.«
Basti schob sich an mir vorbei und kletterte durch die Büsche hindurch in den Spalt. Kurz darauf war er ganz darin verschwunden.
»Kommst du?« Hörte ich ihn gedämpft rufen. So ein Idiot.
Genervt kletterte ich hinterher. Die Erde unter meinen Fingern war kühl und feucht. Es roch nach Regen und Schlamm. Ich spürte, wie an meinen Knien Feuchtigkeit durch die Jeans dran. Das würde Ärger geben, wenn wir nachhause kamen.
Ich begann zu zittern, als ich vollständig in die Höhle geklettert war und konnte nicht sicher sagen, ob vor Aufregung, oder aufgrund der Kälte, die hier herrschte. Bastian war nur ein Schemen vor dem schwachen Lichtschein. Er krabbelte Stück für Stück vorwärts.
»Warte!« Zügig versuchte ich, aufzuschließen. Ich wollte hier drin nicht alleine sein.
Als Basti an der Biegung ankam, hielt er an. »Wow«, hörte ich ihn flüstern. »Das ist ja … komm schnell Margret.«
»Was ist denn?« Meine Stimme klang höher als sonst, dabei wollte ich mir meine Angst nicht anmerken lassen. Als ich ebenfalls an der Stelle ankam, blickte ich über seine Schulter hinweg. Der Gang wurde breiter und höher, in einiger Entfernung waren glühende Lichter zu erkennen. Das Erdreich an den Wänden der Höhle schien durchlöchert und zwischen diesen Löchern schwirrten kleine Wesen umher. Ich konnte nicht erkennen, was es für Tiere waren.
»Komm, lass uns da hin!«
»Nein.« Ich hielt meinen Bruder an der Schulter zurück.
»Ach Maggie, sei nicht so ängstlich. Die sind doch winzig.«
Ich hasste es, wenn er mich Maggie nannte. »Ja, aber vielleicht können sie stechen. Erinnerst du dich, als Sophie letztes Jahr allergisch auf den Wespenstich reagiert hat? Die wäre beinahe gestorben.«
»Ach Quatsch, so schnell stirbt man nicht. Und das sind doch keine Wespen.«
»Eben. Aber wir wissen auch nicht, was das dann für Viecher sind. An manchen Stichen kann man sterben.«
»Ja. Aber hier in Deutschland doch nicht. Irgendwo in Afrika oder Australien vielleicht.«
Ich rollte mit den Augen. »Vielleicht sind die da ja neu hier?«
»Blödsinn. Ich gehe hin.«
Bastian riss sich von mir los, krabbelte ein Stück vorwärts und richtete sich dann in der Höhle auf.
»Mist.« Ich tat es ihm gleich. Um nichts in der Welt wäre ich alleine in dem dunklen Teil der Höhle zurückgeblieben.
Vorsichtig traten wir weiter in den beleuchteten Raum hinein. Noch immer konnte ich nicht erkennen, was genau die Lichter an den Wänden waren. Wir waren nun um einiges näher an den fliegenden Wesen dran, als diese plötzlich aufhörten, zwischen den Löchern in der Wand umherzufliegen. Sie verharrten in der Luft und wandten sich uns zu. Dann kamen sie näher. Mein Herz begann zu rasen. Ich erkannte, dass es winzige menschenähnliche Kreaturen mit Flügeln waren. Feen oder sowas. Basti hob abwehrend die Hände vor das Gesicht, beide wichen wir einige Schritte zurück. Jetzt konnte ich erkennen, dass manche von ihnen winzige Speere in den Händen hielten. Damit würde sie uns wohl kaum ernsthaft verletzen können. Außer, sie waren vergiftet.
Innerhalb weniger Sekunden waren wir umzingelt. Hunderte kleiner Körper umschwirrten uns. Ich zuckte zusammen, als einer von ihnen mich mit seinem Speer pikste, aber ich traute mich nicht, nach ihm zu schlagen. Ich hatte Angst, dass dann die ganze Meute auf uns losgehen würde.
Eine der Feen verharrte zwischen uns in der Luft.
»Was tut ihr hier?«
Ihre Stimme war hoch und klang wie das Kratzen auf der Tafel in der Schule.
Ich war starr vor Angst und nicht in der Lage, zu antworten.

Das Thema für den 01.07.2018 ist: Monster

Diesen Monat waren dabei:
Eva (Asche)
Veronika (Die fragenden Lippen in der Burg)
Rina P. (Dumme Fee bei Licht)

Schreibkick #53: Vorfreude auf Sommergenüsse

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Hallo ihr lieben,

hier mein kleiner Schreibkick für diesen Monat:

Barfuß im Gras

Ich sitze auf dem grasbewachsenen Hang,
mit Blick in Richtung Horizont, zum Sonnenuntergang.
Der warme Tag neigt sich dem Ende,
taucht die Welt in warmes Rot.
Ganz langsam vollzieht sich dann die Wende,
der Schatten der Nacht schreitet fort.
Mein erster Sommertag ist Vergangenheit,
ich bin für viele weitere bereit.
Und werden die nächsten Tage auch kühl und nass,
macht das nichts, ich habe Zeit.
Irgendwann sitze ich wieder hier, barfuß im blühenden Sommergras.

Diesen Monat waren dabei:
Nicole Vergin
Eva
Monika Krampl (facebook)
Veronika
Rina

Das Thema für den 01.06.2018 ist mal wieder was besonderes. Ich habe den Buchtitelgenerator Titel generieren lassen. Die sechs Ergebnisse seht ihr unten. Da ich mich nicht entscheiden konnte, dürft ihr gerne euer Thema auswürfeln oder euch eines aussuchen (Ich glaube „Dumme Fee bei Licht“ ist gerade am beliebtesten :D).

Stürmische Geschichten

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Hallo ihr lieben,

in den letzten Wochen und Monaten haben wir von den Wortstürmern liebevoll etwas für euch „gebastelt“. Eine wunderhübsche Anthologie, in der es ganz schön windig wird.
Ab heute ist sie endlich zu haben. Und zwar ganz und gar gratis. Also nutzt die Gelegenheit, ein paar tolle neue Autoren kennenzulernen und euch von den Winden in unentdeckte Gefilde wehen zu lassen.

 

Worum geht es?

Wenn Äste sich im Wind biegen, Häuser knarren, Blätter wirbeln oder zuhause die Fetzen fliegen, sind stürmische Zeiten angebrochen. In diesen Geschichten wird es turbulent, magisch und äußerst windig. Also haltet euch fest und zieht eure winddichten Jacken an.
Dass man auch bei einem Betriebsausflug nicht vor Sturm gefeit ist, muss eine junge Angestellte feststellen, während ein Seemann noch nicht mal im Mindesten ahnt, wie schicksalhaft die (nicht-)Einhaltung eines Versprechens sein kann. Ein rätselhafter Fremder hat die Fähigkeit Träume zu beeinflussen und eine Junghexe muss sich auf eine gefährliche Reise begeben, um sich zu beweisen. In einer Mühle wird kein Mehl gemahlen, stattdessen befindet sich darin etwas Magisches. Vea wird von ihrem Vater endlich als Tochter anerkannt, doch die Freude währt nicht lange, während Melissa durch einen Autounfall auf ein Piratenschiff katapultiert wird.
Bei diesem Wetter ist einfach alles möglich … haltet eure Regenschirme bereit!

Es haben sich sieben tolle Autorinnen mit einer Geschichte beteiligt:

Stürmischer Betriebsausflug – Lotte R. Wöss
Ein Betriebsausflug ist leicht zu organisieren, denkt Petra. Doch mit dem Sturm, der danach über sie hinwegfegt, hat sie nicht gerechnet.

Versprechen sollte man halten – Jeanette Lagall 
Ein Seemann kämpft lange mit sich, ob er das einem Freund gegebene Versprechen einhalten soll oder nicht. Doch die Entscheidung ist schicksalhaft.

Der Albtraumjäger – Melike Yasar 
Eine junge Frau, die seltsame Träume erlebt, begegnet eines Tages einem Mann, der diesen Träumen Einhalt gebietet. Doch wer ist dieser Mann, der mysteriös zu sein scheint und woher kommt er?

Sturm – Anja Berger 
Für Vea geht ein Traum in Erfüllung, als ihr Vater sie offiziell als seine Tochter anerkennt. Die Realität holt sie jedoch rasch ein, als sie begreifen muss, dass dies nicht aus Liebe geschah. Der neue Herrscher des Landes verlangt ein Kind jedes adeligen Hauses als Geisel, um das Wohlverhalten der Fürsten sicher zu stellen …

Der Spiegel der Verdammten – Lisa Darling 
Um dem Hexenrat beitreten zu dürfen, muss die Junghexe Esther eine gefährliche Reise antreten, von der vor ihr niemand je wieder gekehrt ist.

Die Windmühle – Sabi Lianne 
Ronisa ist auf der Suche nach einer Lehre und entscheidet sich für die geheimnisvolle Mühle, vor der sie schon ihre Großmutter gewarnt hat. Schnell stellt sie fest, dass dort kein Mehl gemahlen wird.

Das Meer der Angst – Karin Kaiser
Ein Autounfall katapultiert Melissa in eine völlig andere Welt – auf ein Piratenschiff, dessen Kapitän John Darrow ihr verkündet, er bringe sie auf eine geheimnisvolle Insel, wo über ihr weiteres Schicksal entschieden wird. Eine abenteuerliche Reise beginnt …

Kategorie: Alltägliches

Schreibkick #52: Sanfte Frühlingslüftchen und eisige Winde

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Hallo ihr lieben,

es ist wieder so weit: Schreibkick-Zeit! Den letzten habe ich verpasst, aber ich habe es zeitlich einfach nicht geschafft obwohl ich schon eine Idee hatte.

Dafür wünsche ich euch jetzt aber viel Spaß beim aktuellen Schreibkick. Danke Eva für das Thema!

Ach ja: Frohe Ostern euch allen!!!

Sanfte Frühlingslüftchen und eisige Winde

Ich lief über die kantigen Klippen der Insel, darauf bedacht, nicht an einer der scharfen Spitzen hängenzubleiben. Unter mir donnerte das Meer gegen den Stein. Hin und wieder benetzten zarte Tropfen der Gischt mein Gesicht und meine dunkelbraunen, schulterlangen Haare. Ich mochte das Gefühl des frischen Sprühnebels auf meine Haut.
Ich sah mich um, ließ meinen Blick über den Fels, das öde Grasland und das Dorf, welches ich in weiter Ferne nur noch erahnen kommte, schweifen. Niemand war zu sehen. Ich war ganz alleine.
Erleichtert ließ ich mich auf einem etwas abgerundeten Felsen nieder und zog das bunte Windrad, das meine kleine Schwester einige Wochen zuvor in der Schule gebastelt hatte, aus meinem Umhang. Dann stellte ich es in eine Kerbe im Felsen und befestigte es mit herumliegenden Steinen so, dass es mit der Vorderseite in meine Richtung zeigte. Es begann augenblicklich, sich im leichten Abendwind langsam zu drehen.
»Also gut, dann mal los«, murmelte ich vor mich hin und versuchte, mich zu konzentrieren. Ich spürte den Wind in meinen Haaren, wie er sie sanft umspielte, ganz zart an meinem Umhang, der einen Großteil davon abfing und ließ ihn durch meine leicht geöffneten Finger streichen. Dann führte ich in meiner Vorstellung alles zusammen. Ich hätte niemandem erklären können, was ich da tat und wie es funktionierte. Ich machte es einfach. Es war, als würde sich der Wind in meinem Körper verfangen, wie in einem Netz und als könnte ich den gesammelten Wind dann zielgerichtet wieder ausströmen lassen.
Ich richtete meine Hände auf das Windrad und konzentrierte mich darauf. Der Wind strömte langsam, aber immer sicherer durch meine Handflächen. Er fühlte sich kühler an, als die mich umgebende Luft. Fast eisig, doch es tat nicht weh.
Das Windrad drehte sich schneller und immer schneller, je besser ich die Windenergie kanalisieren konnte. Ich lächelte in mich hinein. So leicht war es mir noch nie gelungen. Ich versuchte, die Strömung weiter zu verstärken, doch das Rad drehte sich nur rückartig schneller, wenn es mir gelang, einzelne, stärkere Böen auszustoßen. Auf einmal traf mich eine warme, sommerliche Bö am Hinterkopf. Erschrocken hielt ich inne und ließ meine Hände sinken. Sofort wurde das Windrad vor mir langsamer. Ein solch warmer Wind passte nicht hierher. Ich wirbelte herum. Wenige Meter hinter mir stand ein blonder Junge mit Sommersprossen auf den Wangen und grinste mich an. Er musste ungefähr in einem Alter sein: Zehn oder elf.
»Du kannst es also auch«, stellte er fest.
Ich runzelte die Stirn. »Was meinst du?«
Bisher hatte ich niemandem von meinen neuen Fertigkeiten erzählt.
»Das mit dem Wind«, sagte er, als wäre es etwas ganz Alltägliches.
Nachdenklich biss ich mit auf die Unterlippe. Ich überlegte, woher ich den Jungen kannte. »Du bist der Sohn vom Bäcker, oder?«
»Ja. Ich heiße Iskar.«
»Und du kannst auch den Wind lenken?«
Die Sache gefiel mit nicht. Bisher war ich die Einzige gewesen, die das konnte. Und das war was Besonderes. Ich hatte etwas nur für mich. Was, wenn nun jeder diese Fähigkeiten entwickeln würde? Außerdem hatte ich nun einen Mitwisser, von dem ich nicht wusste, ob ich ihm trauen konnte. Meine Oma erzähle mir immer wieder Geschichten aus grauer Vorzeit, in der Hexen gejagt und verbannt wurden. Inzwischen gab es angeblich keine Magie mehr in der Welt und ich wollte sicherheitshalber erst richtig gut werden, bevor ich jemandem davon erzählte.
Iskar nickte auf meine Frage hin. »Ich habe es im Winter gemerkt, als in unserem Haus zwar das Feuer im Kamin brannte, ich auf dem Sessel gegenüber aber trotzdem noch fror. Da wünschte ich mir, die warme Luft würde zu mir rüber wehen. Und das tat sie dann auch. Ich dachte zuerst, es sei ein Windstoß gewesen, doch zum Spaß probierte ich es immer weiter aus und es klappte.«
»Hast du irgendwem davon erzählt?« Meine Stimme klang drohender, als ich es beabsichtigt hatte.
Iskar verzog das Gesicht. »Nur meiner Zwillingsschwester, aber die hat mir nicht geglaubt und mich ausgelacht. Sie hielt es für einen meiner Streiche.«
»Gut. Dann sag es auch keinem!«
»Von dir brauche ich mir garnichts sagen zu lassen.«
Da hatte er Recht. Trotzdem machte mich sein freches Grinsen wütend.
»Früher wurden Hexen verbrannt. Ich will nicht auf dem Scheiterhaufen landen.«
Jetzt lachte Iskar. »Ja, früher. Aber hier auf der Insel kennen sich doch alle, also warum sollten sie uns verbrennen. Und selbst wenn wir auf dem Scheiterhaufen landen, dann pusten wir das Feuer eben mit unserer Magie wieder aus, wie eine Kerze.« Er machte ein paar wilde Gesten, die offenbar darstellen sollten, wie er das Feuer mit seiner Windmagie ausblies.
»Du überheblicher Schwachkopf«, platzte es aus mir heraus.
»Angsthase«, schrie er mit grimmigem Gesicht zurück.
Ich starrte ihn ärgerliche an, spürte den Wind, fühlte, wie er sich verfind und sandte ihn dann mit einer schnellen Handbewegung zu Iskar.
Es sah aus, als hätte ihn ein Schlag getroffen, der ihn zu Boden gehen ließ. Er landete auf dem Rücken.
Etwas erschrocken realisierte ich, dass ich ihn eben angegriffen hatte.
Iskar begann zu weinen. Schnell lief ich zu ihm hinüber. Hoffentlich war er nur eine Memme und ich hatte ihn nicht ernsthaft verletzt. Als ich näher kam, hörte ich, dass ich mich getäuscht hatte. Er lag im Gras, kicherte und grinste mich an.
»Na siehst du, so lange du mit mir verbrannt werden sollst, kann uns beiden nichts passieren.«
Ich spürte, wie gegen meinen Willen der Ärger verrauchte und auch ich anfangen musste, zu kichern. Vor mich hin gluckselnd war ich mich neben ihn ins Gras.
Nach einiger Zeit beruhigten wir uns. Er drehte sich zu mir und stützte seinen Kopf auf den Händen ab. Erst jetzt fielen mir seinen schönen grünen Augen auf, die mich interessiert musterten.
»Wie heißt du eigentlich?«, fragte Iskar.
»Marla.«
Er schaute mich noch einen Moment an, dann ließ er sich wieder auf den Rücken ins Gras fallen. »Was denkst du, warum wir das auf einmal können?«
»Ich habe keine Ahnung.«
Iskar biss sich auf die Lippe. »Meinst du, es hat etwas mit dem zu tun, was der Händler bei seinem letzten Besuch erzählt hat?«
»Das mit dem Portal?«
»Ja.«
Ich überlegte. Der Händler, der die Insel regelmäßig mit allem versorgte, das sie nicht selbst anbauen konnten und im Gegenzug jede Menge Fisch mitnahm, hatte erzählt, dass auf dem Festland irgendwo angeblich ein magisches Portal reaktiviert wurde. Bisher schien das aber keine Auswirkungen zu haben.
»Ich weiß es nicht. Oder wir sind Nachfahren von Hexen und es hat uns nur noch keiner erzählt.«
»Und warum können unsere Eltern und Großeltern dann nicht hexen?« Eine berechtigte Frage. Ich zuckte mit den Schultern. »Vielleicht können sie es und wissen es nur nicht?«
Iskar schüttelte den Kopf. »Nein, das glaube ich nicht.«
Eine Weile blickten wir über die Felsen hinweg auf das Meer, dem Horizont entgegen.
»Marla?«
»Ja?«
»Wollen wir es gemeinsam herausfinden?«
Ich dachte kurz nach. »Lass uns erstmal weiter üben. Dann eines Tages vielleicht.«
»Ich habe das Gefühl, irgendwas ändert sich gerade in der Welt. Vielleicht bilde ich es mir auch nur ein.«
»Nein.«
Fragend sah Iskar mich an.
»Ich spüre es auch«, antwortete ich.

Diesen Monat waren dabei:
Eva
Monika Krampl (in der facebook-Gruppe)
Veronika
Rina P.

Das Thema für den 01.05.2018 ist: Vorfreude auf Sommergenüsse

 

Diesen Monat passt zeitlich und thematisch einfach alles zusammen. Denn heute erscheint (hoffentlich im Laufe des Tages) die Wortstürmer-Anthologie „stürmische Geschichten“. Sowohl mein Beitrag in der Anthologie „Die Windmühle“, als auch dieser Text hier, spielen in derselben Welt, in der (viiiele Jahre nach den Geschehnissen in diesen beiden Kurzgeschichten), meine zukünftige Trilogie spielen soll. Ich hatte das Ganze schonmal als #ProjektSchattendrache angekündigt. Mit den Kurzgeschichten versuche ich gerade, mir einen Überblick über die Welt zu verschaffen und ihre Bewohner, so wie die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse kennenzulernen. Wer also wissen will, was es mit dem Portal zu tun hat, über das Iskar und Marla sprechen, darf sich gerne unsere Anthologie (gratis!) holen. Ich verlinke hier im Laufe des Tages, sobald sie verfügbat ist 🙂

**Edit**
Die Anthologie kommt leider erst in den nächsten Tagen, der Osterhase ist wohl irgendwie dazwischengekommen.

Schreibkick #50: Nächtlicher Wolkenzauber

Veröffentlicht am von 5 Kommentare

Hallo ihr lieben,

sooo, ich habe was gezaubert. Aber nur ein winziges Haiku. Ich hatte gehofft, im neuen Jahr wieder mehr zum Schreiben zu kommen, aber mir funkt weiterhin größtenteils der Brotjob dazwischen. Ich wollte aber unbedingt mal wieder dabei sein. Die kleinen Zeilen sind während einer Autofahrt bei Nacht entstanden. Ich hoffe, sie gefallen euch in ihrer Kürze trotzdem 🙂

Wolke am Himmel
vom Wind geschickt auf Reisen
unerkannt bei Nacht

Diesen Monat waren dabei:
Veronika
Eva
Corly
Rina P.

Das Thema für den 01.03.2018 lautet: kommerzieller Valentinstag

 

Kategorie: Schreibkick-Texte | Tags:

Rosa Plastikschischi im Weihnachtsland

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Hallo ihr lieben,

bei einem Treffen meiner Schreibgruppe haben wir kurze 10-Minuten Texte zu ein paarzufällig ausgewählten Gegenständen geschrieben. Dabei kam bei mir was kleines, weihnachtliches heraus, das ich euch nicht vorenthalten möchte 😀 Viel Spaß!

Rosa Plastikschischi im Weihnachtsland

»Diese dämlichen … blöden … dieses doofe … rosa … künstliche Plastikschischi!« Der Weihnachtsmann rannte genervt durch die Qualitätsprüfungsabteilung seiner Geschenkeproduktion. An seinem Fuß klebten pinke Plastikfetzen.

»Seh ich schlimm aus?«, fragte der kleine Elf, den der Weihnachtsmann behutsam im Arm trug.

»Alles halb so wild«, knurrte er durch die zusammengebissenen Zähne. Er hoffte, dass der Elf die Unsicherheit in seiner Simme nicht erkannte. Sein Gesicht war grün und blau angeschwollen und über seinem rechten Auge befand sich eine üble Platzwunde, die nun eine rote Spur auf dem Boden hinterließ.

»Meinst du, wir bekommen die Schwimminselflamingos rechtzeitig fertig, Chef?«, murmelte der Elf halb bewusstlos. Das Herz des Weihnachtsmannes zog sich zusammen. Wie immer war er ergriffen von der Liebe seiner Elfen zu ihrem Job und zum Weihnachtsfest.

»Bestimmt«, sagte er, obwohl er sich nicht sicher war. Das Problem mit den Nähten in den dünnen Plastikplanen hatten sie immer wieder. Dieses Jahr war gleich der erste Flamingo, den sie getestet hatten, zerrissen. Besser gesagt, explodiert. Der kleine Elf an der Aufpumpmaschine hatte keine Chance gehabt.

Mit ihren umgerüsteten Strandballschweißmaschinen war das Problem wohl kaum in den Griff zu bekommen. Leider konnte er, als Weihnachtsmann, nicht einfach irgendwem einen Wunschzettel schreiben. Sonst hätte er sich längst eine vernünftige Industriemaschine gewünscht.

Wie schön war es gewesen, als Kinder sich nur Puppen, Schaukelpferde und Holzautos gewünscht hatten.

Mittlerweile war er mit dem Elf an der Krankenstation angekommen. Eine rundliche Elfin nahm ihm den kleinen Kerl ab. Mitleidig blickte der Weihnachtsmann dem Elfen nach, als die Krankenschwester mit ihm in einem der kleinen Untersuchungszimmer verschwand. Eines wusste er mit Sicherheit: Das Kind, welches sich als nächstes von ihm einfach nur eine Matrjoschka wünschte, würde für immer reich beschenkt werden. Egal, wie unartig es war.

Schreibkick-Special Weihnachten: Unter dem Weihnachtsbaum (und Nachtrag „Stille Straße“)

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Hallo ihr lieben,

ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und hoffe, ihr habt ein paar entspannte, erholsame Feiertage gemeinsam mit euren Liebsten.
Letzten Monat habe ich hier ganz heimlich eine kleine Pause eingelegt. Wenn auch unfreiwillig. In einem meiner Brotjobs waren wir unterbesetzt, was zeitlich ziemlich stressig war. In dem anderen hatte ich vor Weihnachten noch eine Menge zu erledigen. Ich habe meine letzten Wochen also mit arbeiten, schlafen und essen verbracht. In meiner wenigen Freizeit habe ich Cthulhuabenteuer vorbereitet und geleitet, die schon länger geplant waren, und Gilmore Girls geschaut, wenn mein Kopf weder zum einen oder anderen noch getaugt hat (Netflix sei Dank :D). Entsprechend waren meine Ideen für den Weihnachtsschreibkick sehr geprägt von dunklen Wesen, die in den Wurzeln des Christbaumes leben könnten oder Tannennadeln, die an Heiligabend die glückliche Familie durchbohren (inspiriert durch Cthulhu), sowie Dialoge am Weihnachtstisch in feinem Hause, die nur so gespickt sind von versteckter Kritik und Vorhaltungen (Gilmore Girls). Die Gilmore Girls haben sich wohl in gewisser Weise durchgesetzt … aber lest selbst.
Vorher möchte ich hier aber noch alle Teilnehmer des Schreibkicks vom November verlinken. Das Thema war „Stille Straße“ und es sind wieder wunderbare Beiträge entstanden.
Alice Japa
Frau Vro
Rina P.
Eva
Corly
Nicole
Ich hoffe, ich habe niemanden übersehen, sonst gebt mir doch bitte in den Kommentaren schnell Bescheid 🙂

Wunschwünsche

„Schaff das Ding aus der Wohnung!“, schrie ich, als ich das grüne Monster im Eck unseres Wohnzimmer stehen sah, noch bevor ich meine Tasche und meinen Mantel ablegen konnte. Leon war gerade dabei, große rote Kugeln anzuhängen.
„Aber Susi, du …“
„Nein … ich sagte: Schaff das Ding weg.“
Er legte die Kugel aus der Hand, kam auf mich zu, legte die Arme um mich und küsste mich auf die Stirn. Ich liebte es, wenn er das tat.
„Es ist Weihnachten, Schatz. Und wir feiern so, wie wir es wollen. Gleich morgens am 24.“
„Du Rebell“, knurrte ich, schon etwas versöhnlicher.
„Unsere eigene, kleine Feier, bevor der Stress los geht. Mit Marmorkuchen, starkem Kaffee, jeder Menge Schokolade und Orangensaft.“
Ich spürte, wie mein Ärger gegen meinen Willen verrauchte. „Also gut …“ gab ich nach. „Aber wir erzählen keinem davon.“
„Ist okay.“ Er grinste. „Und jetzt mach deine Wunschliste fertig.“
„Arsch!“, knallte ich ihm an den Kopf, während ich ihm mit meiner Tasche einen Hieb versetzte.
„Dein Vater hat schon drei Mal angerufen. Demnächst schickt er die Weihnachtselfenpolizei.“
Genervt schmiss ich Mantel und Tasche in den Flur und lief in Richtung meines Schreibtischs. „Ich hasse dich“, ließ ich meinem Liebsten noch zwischen Tür und Angel zukommen.
„Ich weiß, ich dich auch“, rief er aus dem Wohnzimmer.

Schneller als erhofft, war mein PC hochgefahren. Ich stand trotzdem noch einmal auf und machte mir einen Tee. Wunschlisten, Weihnachtsbäume, Festessen. Wer brauchte diesen Mist eigentlich?
Während das Wasser im Kocher begann erste kleine Bläschen zu formen, überlegte ich, was ich alles auf meine Liste packen sollte. Ich wünschte mir eine neue Hülle für meinen Kindle. In pink. Aber das konnte nicht drauf. Das letzte Mal, als ich mir eine Handyhülle in pink gewünscht hatte, hatte ich diese zwar bekommen, aber mein Vater hatte mir zusätzlich die Freude gemacht, mich beim Auspacken zu fragen, ob das denn wirklich das richtige für mich wäre, oder ob es nicht langsam Zeit wäre, erwachsen zu werden. Pink kam also nicht in Frage.
Außerdem brauchte ich etwas Günstiges. Mein Cousin Phil und seine Frau waren äußerst sparsam. Mehr als 10 € durfte ein Geschenk nicht kosten.
Mit einer Tasse dampfenden Tees mit dem Namen Kaminfeuer, trottete ich zurück an den Schreibtisch.
Socken, tippte ich in die Suchleiste ein. Ich fand ein paar hübsche mit Schneeflocken darauf, die aber auch erwachsen genug aussahen, um hoffentlich keinen entsprechenden Kommentar meines Vaters zu verursachen.
Nachdenklich trippelte ich mit den Fingern auf der Tastatur herum. Fielen Socken in eine ähnliche Kategorie wie Staubsaugerbeutel? In meiner Verzweiflung hatte ich mir vor drei Jahren Staubsaugerbeutel gewünscht. Praktisch, erwachsen, nicht pink, und U18. Aber die waren für Phil wieder zu praktisch. In diesem Jahr hatte er mir ein selbst gebasteltes Bild aus Blättern geschenkt. „Auf der Liste waren nurnoch Staubsaugerbeutel. Das schien mir nicht richtig passend für einen solchen Anlass.“
Schnell löschte ich die Socken wieder.
Bücher … Bücher wären gut. Die würden auch für Phil passen. Aber ich las am liebsten Thriller. Nicht die blutigen Splatter, sondern die spannenden Psychothriller, in denen der Irre jederzeit im Wohnzimmer stehen und das Licht einschalten konnte, wenn man zur Haustüre rein kam. Die, in denen Intrigen gesponnen und Menschen intelligent gegeneinander ausgespielt wurden. Aber das ging nicht. Denn auch meine Mutter würde von dieser Liste bestellen. „So etwas blutrünstiges will ich einfach nicht schenken. Das ist nichts für unter dem Weihnachtsbaum“, hörte ich sie bereits in meinem Kopf jammern.
Socken, tippte ich erneut ein und packte die mit den Flocken wieder auf die Liste.
Am einfachsten wäre es, einfach jedem separat einen Wunsch zu sagen. Aber das ging nicht. Denn Geschenke sollten eine Überraschung sein (laut Oma Lucinda).
Oder sich Geld zu wünschen. Aber Geld verschenkte man ja nicht (laut so gut wie allen, außer Oma Sophia, die immer Geld verschenkte).
Thriller tippte ich ein, in der Hoffnung, etwas zu finden, das mich in den Augen meiner Mutter nicht wie eine Psychopathin wirken ließ. Aber nachdem ich mich zwanzig Seiten lang durch Cover mit blutroten Lettern, gruseligen Augen und bedrohlichen Titeln gekämpft hatte, gab ich auf. Ich probierte ein wenig mit den Suchbegriffen herum und setzte letztendlich einen englischen Spionageroman auf meine Liste. Im Stil von Sherlock Holmes. Da ging doch so weit alles gesittet zu. Und ich packte noch einen weiteren darauf, falls Onkel Phil mit dem Bestellen schneller sein sollte. Der  zweite Roman klang sogar richtig gut. Falls ich ihn nicht bekommen sollte … oder nein.
Ich nahm ihn wieder runter. Das war genau das richtige für meinen Bruder Johann. Er verabscheute das Internet. Diese online-Wunschlisten fand er doof. Wenn ich ihm den Link zur Liste schicken würde, würde er es vermutlich erst Tage später bemerken und mich dann darum bitten, ihm etwas anderes zu sagen, das nicht auf der Liste stand. Oder er würde Leon bitten, ihm etwas zu empfehlen, das ich mir wünschte. Wenn ihm dieser Wunsch dann nicht passte, würde er trotzdem zähneknirschend etwas von der Liste bestellen und Leon hatte sich umsonst das Hirn zerbrochen. Aber dieses Jahr war ich vorbereitet.
Die Tür unseres Arbeitszimmers öffnete sich einen Spalt breit. „Und? Alle Wunschwünsche erfüllt?“
„Neieiein“, jammerte ich. „Das ist komplizierter als Integralrechnung. Bitte, bitte hilf mir.“
„Hm … ich weiß nicht …“ Er grinste wieder.
„Biiiiiiitteeeeee.“
„Sonst willst du doch immer so viele Dinge haben.“
„Jaaahaaa, aber vor lauter Wunschvorgaben aus unserem schrägen Wunsch-Verhaltenscodex fällt mir nichts mehr ein.“
„Du wolltest einen Brotbackautomaten und unser Spargelschäler ist verrostet. Außerdem hat uns am letzten Racletteabend bei den Nachbarn der Dekantierer so gut gefallen.“
„Oh, oh, du bist gut.“ Ich notierte mir alles auf einem kleinen Post-it. Spargelschäler passte für jeden. Brotackautomat für meine Mutter (Haushalt, praktisch und nicht blutrünstig), Dekantierer für meinen Vater (erwachsen, nicht pink). Dann schob ich Leon einen Post-it mit dem Titel meines gewünschten Spionageromans zu.
Er nickte. „Ich werde es Johann ausrichten.“
„Danke.“
Gefühlte Stunden später hatte ich noch einige andere unverfängliche Haushaltsgegenstände auf die Liste gesetzt, sowie einen Reiseführer für Korsika, wo wir unseren nächsten Sommerurlaub verbringen wollten.
Im Wohnzimmer raschelte es. Ich gähnte und fuhr den PC herunter. Vermutlich packte Leon schon die ersten Geschenke für unsere Verwandtschaft ein.
Ich stand auf und lief hinüber, um ihm zu helfen. In der Tür zum Wohnzimmer blieb ich stehen und wich zurück. Dann spickte ich wieder vorsichtig ums Eck. Leon hatte mich noch nicht bemerkt. Er war gerade dabei, eine übergroßes pinkes Etwas in Einhorn-Geschenkpapier zu hüllen. Auf dem Wohnzimmertisch lagen Bücher. Eines mit einer blutigen Axt und eines mit einem knallroten Motorradhelm darauf.
Der Baum in der Ecke war inzwischen fertig geschmückt. Neben den roten Kugeln hing dort allerlei rosa und pinker Schnickschnack. Ich musste mich bremsen, um vor lauter Freude nicht lauthals zu quietschen. Ich war mir sicher, dass in diesem Moment zwei lavendelfarbene Herzen anstelle der Pupillen in meinen Augen zu sehen waren.
Leon blickte hoch. „Verschwinde!“ rief er, und schmiss mit irgendeinem Packpapier nach mir. Quietschend verschwand ich aus der Tür, welche er hinter mir zuknallte.

Beim Weihnachts-Special waren dabei:
Veronika
Eva
Rina
Corly
Nicole

Am 01.01.2018 gehts dann weiter mit dem Thema „Jahresuhr„.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein frohes Weihnachtsfest mit leckerem Essen, gutem Wein, liebevollen Geschenken und einem zugedrückten Auge für die Macken der lieben Verwandschaft. Genießt die gemeinsame Zeit.

Außerdem natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr <3

Alles liebe,
Sabi