Kategorie-Archiv: Schreibkick-Texte

Schreibkick #54: Dumme Fee bei Licht & DSGVO

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Hallo ihr lieben,

wiedermal ist Schreibkick-Zeit. Und wie ihr seht, gibt es meinen Blog noch. In den letzten Wochen (bzw. am 25.05.2018) haben viele ihre Blogs geschlossen, da die DSGVO zu viele Unsicherheiten für viele Autoren mit sich bringt, was ich sehr schade finde. Auch ich war ziemlich beschäftigt damit, Hilfeartikel für Blogger zu lesen, da ich mit den Gesetzestexten nicht allzu viel anfangen kann. Ich habe versucht, mich so gut wie möglich in die Thematik einzuarbeiten und die Empfehlungen bezüglich Plugins, Fonts, Social Media Buttons usw. zu befolgen. Ich hoffe, das ist mir gelungen.
Warum ich das hier schreibe? Das Ganze war doch recht zeitaufwändig und auch wenn ich dieses Mal wirklich rechtzeitig angefangen habe meinen Schreibkick zu planen, konnte ich erst heute früh anfangen zu schreiben. Daher gibt es hier nun den Teil, den ich bisher habe, die Fortsetzung folgt dann entweder im Laufe des Monats oder zum 01.07.2018, wenn ich einen Weg finde, das aktuelle Thema in die Geschichte einzuarbeiten 🙂
Beim letzten Mal gab es mehrere Themen vom Buchtitelgenerator zur Auswahl. Ich habe „Dumme Fee bei Licht“ gewählt.

Dumme Fee bei Licht

»Schau mal hier!«, rief Bastian von weiter oben. Er stand am Abhang, halb versteckt hinter einem Baum, doch ich konnte noch sehen, dass er auf eine Stelle am Erdhang vor sich zeigte.
»Was ist denn da?«, fragte ich.
»Ich glaube, da gehts rein. Irgendeine Höhle oder so.«
»Bist du dir sicher?«
»Ja. Man sieht das Loch nur von hier aus.« Er lehnte sich nach vorne und versuchte wohl, in der Dunkelheit etwas zu erkennen. »Da ist Licht, glaube ich.«
»Kann nicht sein!« Mein Bruder versuchte wohl, wie so oft, mich reinzulegen. Wenn ich bei ihm angekommen war, würde er mir vermutlich Matsch ins Gesicht schmieren und mich dafür auslachen, dass ich ihm auf den Leim gegangen war.
»Doch!«
Er schien wirklich aufgeregt.
»Warte auf mich.« Hastig kletterte ich weiter nach oben. Eigentlich hatten wir bis auf den Hügel hinauf klettern wollen, in der Hoffnung, von dort einen guten Überblick über den Wald zu haben. Dort wollten wir dann unser Lager errichten. Wir spielten Räuber und brauchten ein gutes Versteckt mit weiter Sicht, um unsere Beute ausfindig machen zu können. Aber eine Höhle wäre natürlich noch besser. Von der Höhe, auf der Bastian sich befand, musste man auch schon einiges sehen können.
Die Erde unter mir war glitschig. Ständig rutschte ich ab, konnte mich aber immer wieder fangen. Mit schlammverschmierten Händen kam ich bei ihm an. Er streckte mir seine ebenfalls dreckige Hand entgegen und half mir die letzten Schritte nach oben, bis auf ich auf den Wurzeln des Baumes Halt gefunden hatte.
»Da, schau.«
Ich folgte seinem Blick. Da war tatsächlich ein Höhleneingang, sehr schmal und von irgendwelchen Büschen gut verdeckt.
»Wenn du dich ein bisschen vorbeugst, sieht es aus, als ob da ein Licht an den Wänden schimmert.«
Misstrauisch sah ich ihn an. Doch das Funkeln, das er sonst in seinen Augen hatte, wenn er mich reinlegen wollte, konnte ich nicht entdecken. Er sah ziemlich ernst aus.
»Okay, aber schubs mich nicht, ja?«
»Nein. Keine Sorge.«
Ich lehnte mich nach vorne, schob ein paar Äste zur Seite und blickte hinein. Der Gang war schmal, aber krabbelnd könnten wir hineinpassen. Doch in ein paar Metern Entfernung sah es so aus, als würde die Höhle einen Knick machen. Dort war tatsächlich ein leichter Lichtschein an den Wänden auszumachen. Oder bildete ich mir das nur ein? Ich kniff meine Augen zusammen, um besser sehen zu können. Doch es half nichts, ich war mir nicht sicher.
Vorsichtig richtete ich mich wieder auf. »Das Licht kommt bestimmt von der anderen Seite«, versuchte ich, die Situation logisch zu erklären.
»Das kann nicht sein. Gugg doch mal, wie groß der Hügel ist. Niemals scheint das Licht von der anderen Seite so weit.«
»Oder da ist ein Loch von oben.«
Wir beide richteten unseren Blick zu unserem ursprünglichen Ziel.
»Nein«, meinte Bastian auch diesmal. »Auch zu weit.«
Ich zuckte mit den Schultern. »Irgendeine logische Erklärung wird es schon geben.«
»Was, wenn da drinnen jemand wohnt?«, flüsterte Bastian.
Mit zusammengezogenen Augenbrauen sah ich ihn an. »Ja genau. Und der Osterhase bringt die Eier.«
»Mach dich nicht über mich lustig«, meinte Basti halb beleidigt.
»Schon gut. Mach ich ja nicht.«
Ich seufzte. »Und was machen wir jetzt?«
»Na wir gehen rein«, meinte er.
»Bist du dir sicher?«
»Hey, wir sind Räuber, die ein Versteck brauchen, richtig? Was gibt es besseres als eine Höhle.«
»Ja, aber das ist ein Spiel. Was wenn da wirklich wer drin ist?«
»Ach was.«
Basti schob sich an mir vorbei und kletterte durch die Büsche hindurch in den Spalt. Kurz darauf war er ganz darin verschwunden.
»Kommst du?« Hörte ich ihn gedämpft rufen. So ein Idiot.
Genervt kletterte ich hinterher. Die Erde unter meinen Fingern war kühl und feucht. Es roch nach Regen und Schlamm. Ich spürte, wie an meinen Knien Feuchtigkeit durch die Jeans dran. Das würde Ärger geben, wenn wir nachhause kamen.
Ich begann zu zittern, als ich vollständig in die Höhle geklettert war und konnte nicht sicher sagen, ob vor Aufregung, oder aufgrund der Kälte, die hier herrschte. Bastian war nur ein Schemen vor dem schwachen Lichtschein. Er krabbelte Stück für Stück vorwärts.
»Warte!« Zügig versuchte ich, aufzuschließen. Ich wollte hier drin nicht alleine sein.
Als Basti an der Biegung ankam, hielt er an. »Wow«, hörte ich ihn flüstern. »Das ist ja … komm schnell Margret.«
»Was ist denn?« Meine Stimme klang höher als sonst, dabei wollte ich mir meine Angst nicht anmerken lassen. Als ich ebenfalls an der Stelle ankam, blickte ich über seine Schulter hinweg. Der Gang wurde breiter und höher, in einiger Entfernung waren glühende Lichter zu erkennen. Das Erdreich an den Wänden der Höhle schien durchlöchert und zwischen diesen Löchern schwirrten kleine Wesen umher. Ich konnte nicht erkennen, was es für Tiere waren.
»Komm, lass uns da hin!«
»Nein.« Ich hielt meinen Bruder an der Schulter zurück.
»Ach Maggie, sei nicht so ängstlich. Die sind doch winzig.«
Ich hasste es, wenn er mich Maggie nannte. »Ja, aber vielleicht können sie stechen. Erinnerst du dich, als Sophie letztes Jahr allergisch auf den Wespenstich reagiert hat? Die wäre beinahe gestorben.«
»Ach Quatsch, so schnell stirbt man nicht. Und das sind doch keine Wespen.«
»Eben. Aber wir wissen auch nicht, was das dann für Viecher sind. An manchen Stichen kann man sterben.«
»Ja. Aber hier in Deutschland doch nicht. Irgendwo in Afrika oder Australien vielleicht.«
Ich rollte mit den Augen. »Vielleicht sind die da ja neu hier?«
»Blödsinn. Ich gehe hin.«
Bastian riss sich von mir los, krabbelte ein Stück vorwärts und richtete sich dann in der Höhle auf.
»Mist.« Ich tat es ihm gleich. Um nichts in der Welt wäre ich alleine in dem dunklen Teil der Höhle zurückgeblieben.
Vorsichtig traten wir weiter in den beleuchteten Raum hinein. Noch immer konnte ich nicht erkennen, was genau die Lichter an den Wänden waren. Wir waren nun um einiges näher an den fliegenden Wesen dran, als diese plötzlich aufhörten, zwischen den Löchern in der Wand umherzufliegen. Sie verharrten in der Luft und wandten sich uns zu. Dann kamen sie näher. Mein Herz begann zu rasen. Ich erkannte, dass es winzige menschenähnliche Kreaturen mit Flügeln waren. Feen oder sowas. Basti hob abwehrend die Hände vor das Gesicht, beide wichen wir einige Schritte zurück. Jetzt konnte ich erkennen, dass manche von ihnen winzige Speere in den Händen hielten. Damit würde sie uns wohl kaum ernsthaft verletzen können. Außer, sie waren vergiftet.
Innerhalb weniger Sekunden waren wir umzingelt. Hunderte kleiner Körper umschwirrten uns. Ich zuckte zusammen, als einer von ihnen mich mit seinem Speer pikste, aber ich traute mich nicht, nach ihm zu schlagen. Ich hatte Angst, dass dann die ganze Meute auf uns losgehen würde.
Eine der Feen verharrte zwischen uns in der Luft.
»Was tut ihr hier?«
Ihre Stimme war hoch und klang wie das Kratzen auf der Tafel in der Schule.
Ich war starr vor Angst und nicht in der Lage, zu antworten.

Das Thema für den 01.07.2018 ist: Monster

Diesen Monat waren dabei:
Eva (Asche)
Veronika (Die fragenden Lippen in der Burg)
Rina P. (Dumme Fee bei Licht)

Schreibkick #53: Vorfreude auf Sommergenüsse

Veröffentlicht am von 5 Kommentare

Hallo ihr lieben,

hier mein kleiner Schreibkick für diesen Monat:

Barfuß im Gras

Ich sitze auf dem grasbewachsenen Hang,
mit Blick in Richtung Horizont, zum Sonnenuntergang.
Der warme Tag neigt sich dem Ende,
taucht die Welt in warmes Rot.
Ganz langsam vollzieht sich dann die Wende,
der Schatten der Nacht schreitet fort.
Mein erster Sommertag ist Vergangenheit,
ich bin für viele weitere bereit.
Und werden die nächsten Tage auch kühl und nass,
macht das nichts, ich habe Zeit.
Irgendwann sitze ich wieder hier, barfuß im blühenden Sommergras.

Diesen Monat waren dabei:
Nicole Vergin
Eva
Monika Krampl (facebook)
Veronika
Rina

Das Thema für den 01.06.2018 ist mal wieder was besonderes. Ich habe den Buchtitelgenerator Titel generieren lassen. Die sechs Ergebnisse seht ihr unten. Da ich mich nicht entscheiden konnte, dürft ihr gerne euer Thema auswürfeln oder euch eines aussuchen (Ich glaube „Dumme Fee bei Licht“ ist gerade am beliebtesten :D).

Schreibkick #52: Sanfte Frühlingslüftchen und eisige Winde

Veröffentlicht am von 7 Kommentare

Hallo ihr lieben,

es ist wieder so weit: Schreibkick-Zeit! Den letzten habe ich verpasst, aber ich habe es zeitlich einfach nicht geschafft obwohl ich schon eine Idee hatte.

Dafür wünsche ich euch jetzt aber viel Spaß beim aktuellen Schreibkick. Danke Eva für das Thema!

Ach ja: Frohe Ostern euch allen!!!

Sanfte Frühlingslüftchen und eisige Winde

Ich lief über die kantigen Klippen der Insel, darauf bedacht, nicht an einer der scharfen Spitzen hängenzubleiben. Unter mir donnerte das Meer gegen den Stein. Hin und wieder benetzten zarte Tropfen der Gischt mein Gesicht und meine dunkelbraunen, schulterlangen Haare. Ich mochte das Gefühl des frischen Sprühnebels auf meine Haut.
Ich sah mich um, ließ meinen Blick über den Fels, das öde Grasland und das Dorf, welches ich in weiter Ferne nur noch erahnen kommte, schweifen. Niemand war zu sehen. Ich war ganz alleine.
Erleichtert ließ ich mich auf einem etwas abgerundeten Felsen nieder und zog das bunte Windrad, das meine kleine Schwester einige Wochen zuvor in der Schule gebastelt hatte, aus meinem Umhang. Dann stellte ich es in eine Kerbe im Felsen und befestigte es mit herumliegenden Steinen so, dass es mit der Vorderseite in meine Richtung zeigte. Es begann augenblicklich, sich im leichten Abendwind langsam zu drehen.
»Also gut, dann mal los«, murmelte ich vor mich hin und versuchte, mich zu konzentrieren. Ich spürte den Wind in meinen Haaren, wie er sie sanft umspielte, ganz zart an meinem Umhang, der einen Großteil davon abfing und ließ ihn durch meine leicht geöffneten Finger streichen. Dann führte ich in meiner Vorstellung alles zusammen. Ich hätte niemandem erklären können, was ich da tat und wie es funktionierte. Ich machte es einfach. Es war, als würde sich der Wind in meinem Körper verfangen, wie in einem Netz und als könnte ich den gesammelten Wind dann zielgerichtet wieder ausströmen lassen.
Ich richtete meine Hände auf das Windrad und konzentrierte mich darauf. Der Wind strömte langsam, aber immer sicherer durch meine Handflächen. Er fühlte sich kühler an, als die mich umgebende Luft. Fast eisig, doch es tat nicht weh.
Das Windrad drehte sich schneller und immer schneller, je besser ich die Windenergie kanalisieren konnte. Ich lächelte in mich hinein. So leicht war es mir noch nie gelungen. Ich versuchte, die Strömung weiter zu verstärken, doch das Rad drehte sich nur rückartig schneller, wenn es mir gelang, einzelne, stärkere Böen auszustoßen. Auf einmal traf mich eine warme, sommerliche Bö am Hinterkopf. Erschrocken hielt ich inne und ließ meine Hände sinken. Sofort wurde das Windrad vor mir langsamer. Ein solch warmer Wind passte nicht hierher. Ich wirbelte herum. Wenige Meter hinter mir stand ein blonder Junge mit Sommersprossen auf den Wangen und grinste mich an. Er musste ungefähr in einem Alter sein: Zehn oder elf.
»Du kannst es also auch«, stellte er fest.
Ich runzelte die Stirn. »Was meinst du?«
Bisher hatte ich niemandem von meinen neuen Fertigkeiten erzählt.
»Das mit dem Wind«, sagte er, als wäre es etwas ganz Alltägliches.
Nachdenklich biss ich mit auf die Unterlippe. Ich überlegte, woher ich den Jungen kannte. »Du bist der Sohn vom Bäcker, oder?«
»Ja. Ich heiße Iskar.«
»Und du kannst auch den Wind lenken?«
Die Sache gefiel mit nicht. Bisher war ich die Einzige gewesen, die das konnte. Und das war was Besonderes. Ich hatte etwas nur für mich. Was, wenn nun jeder diese Fähigkeiten entwickeln würde? Außerdem hatte ich nun einen Mitwisser, von dem ich nicht wusste, ob ich ihm trauen konnte. Meine Oma erzähle mir immer wieder Geschichten aus grauer Vorzeit, in der Hexen gejagt und verbannt wurden. Inzwischen gab es angeblich keine Magie mehr in der Welt und ich wollte sicherheitshalber erst richtig gut werden, bevor ich jemandem davon erzählte.
Iskar nickte auf meine Frage hin. »Ich habe es im Winter gemerkt, als in unserem Haus zwar das Feuer im Kamin brannte, ich auf dem Sessel gegenüber aber trotzdem noch fror. Da wünschte ich mir, die warme Luft würde zu mir rüber wehen. Und das tat sie dann auch. Ich dachte zuerst, es sei ein Windstoß gewesen, doch zum Spaß probierte ich es immer weiter aus und es klappte.«
»Hast du irgendwem davon erzählt?« Meine Stimme klang drohender, als ich es beabsichtigt hatte.
Iskar verzog das Gesicht. »Nur meiner Zwillingsschwester, aber die hat mir nicht geglaubt und mich ausgelacht. Sie hielt es für einen meiner Streiche.«
»Gut. Dann sag es auch keinem!«
»Von dir brauche ich mir garnichts sagen zu lassen.«
Da hatte er Recht. Trotzdem machte mich sein freches Grinsen wütend.
»Früher wurden Hexen verbrannt. Ich will nicht auf dem Scheiterhaufen landen.«
Jetzt lachte Iskar. »Ja, früher. Aber hier auf der Insel kennen sich doch alle, also warum sollten sie uns verbrennen. Und selbst wenn wir auf dem Scheiterhaufen landen, dann pusten wir das Feuer eben mit unserer Magie wieder aus, wie eine Kerze.« Er machte ein paar wilde Gesten, die offenbar darstellen sollten, wie er das Feuer mit seiner Windmagie ausblies.
»Du überheblicher Schwachkopf«, platzte es aus mir heraus.
»Angsthase«, schrie er mit grimmigem Gesicht zurück.
Ich starrte ihn ärgerliche an, spürte den Wind, fühlte, wie er sich verfind und sandte ihn dann mit einer schnellen Handbewegung zu Iskar.
Es sah aus, als hätte ihn ein Schlag getroffen, der ihn zu Boden gehen ließ. Er landete auf dem Rücken.
Etwas erschrocken realisierte ich, dass ich ihn eben angegriffen hatte.
Iskar begann zu weinen. Schnell lief ich zu ihm hinüber. Hoffentlich war er nur eine Memme und ich hatte ihn nicht ernsthaft verletzt. Als ich näher kam, hörte ich, dass ich mich getäuscht hatte. Er lag im Gras, kicherte und grinste mich an.
»Na siehst du, so lange du mit mir verbrannt werden sollst, kann uns beiden nichts passieren.«
Ich spürte, wie gegen meinen Willen der Ärger verrauchte und auch ich anfangen musste, zu kichern. Vor mich hin gluckselnd war ich mich neben ihn ins Gras.
Nach einiger Zeit beruhigten wir uns. Er drehte sich zu mir und stützte seinen Kopf auf den Händen ab. Erst jetzt fielen mir seinen schönen grünen Augen auf, die mich interessiert musterten.
»Wie heißt du eigentlich?«, fragte Iskar.
»Marla.«
Er schaute mich noch einen Moment an, dann ließ er sich wieder auf den Rücken ins Gras fallen. »Was denkst du, warum wir das auf einmal können?«
»Ich habe keine Ahnung.«
Iskar biss sich auf die Lippe. »Meinst du, es hat etwas mit dem zu tun, was der Händler bei seinem letzten Besuch erzählt hat?«
»Das mit dem Portal?«
»Ja.«
Ich überlegte. Der Händler, der die Insel regelmäßig mit allem versorgte, das sie nicht selbst anbauen konnten und im Gegenzug jede Menge Fisch mitnahm, hatte erzählt, dass auf dem Festland irgendwo angeblich ein magisches Portal reaktiviert wurde. Bisher schien das aber keine Auswirkungen zu haben.
»Ich weiß es nicht. Oder wir sind Nachfahren von Hexen und es hat uns nur noch keiner erzählt.«
»Und warum können unsere Eltern und Großeltern dann nicht hexen?« Eine berechtigte Frage. Ich zuckte mit den Schultern. »Vielleicht können sie es und wissen es nur nicht?«
Iskar schüttelte den Kopf. »Nein, das glaube ich nicht.«
Eine Weile blickten wir über die Felsen hinweg auf das Meer, dem Horizont entgegen.
»Marla?«
»Ja?«
»Wollen wir es gemeinsam herausfinden?«
Ich dachte kurz nach. »Lass uns erstmal weiter üben. Dann eines Tages vielleicht.«
»Ich habe das Gefühl, irgendwas ändert sich gerade in der Welt. Vielleicht bilde ich es mir auch nur ein.«
»Nein.«
Fragend sah Iskar mich an.
»Ich spüre es auch«, antwortete ich.

Diesen Monat waren dabei:
Eva
Monika Krampl (in der facebook-Gruppe)
Veronika
Rina P.

Das Thema für den 01.05.2018 ist: Vorfreude auf Sommergenüsse

 

Diesen Monat passt zeitlich und thematisch einfach alles zusammen. Denn heute erscheint (hoffentlich im Laufe des Tages) die Wortstürmer-Anthologie „stürmische Geschichten“. Sowohl mein Beitrag in der Anthologie „Die Windmühle“, als auch dieser Text hier, spielen in derselben Welt, in der (viiiele Jahre nach den Geschehnissen in diesen beiden Kurzgeschichten), meine zukünftige Trilogie spielen soll. Ich hatte das Ganze schonmal als #ProjektSchattendrache angekündigt. Mit den Kurzgeschichten versuche ich gerade, mir einen Überblick über die Welt zu verschaffen und ihre Bewohner, so wie die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse kennenzulernen. Wer also wissen will, was es mit dem Portal zu tun hat, über das Iskar und Marla sprechen, darf sich gerne unsere Anthologie (gratis!) holen. Ich verlinke hier im Laufe des Tages, sobald sie verfügbat ist 🙂

**Edit**
Die Anthologie kommt leider erst in den nächsten Tagen, der Osterhase ist wohl irgendwie dazwischengekommen.

Schreibkick #50: Nächtlicher Wolkenzauber

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Hallo ihr lieben,

sooo, ich habe was gezaubert. Aber nur ein winziges Haiku. Ich hatte gehofft, im neuen Jahr wieder mehr zum Schreiben zu kommen, aber mir funkt weiterhin größtenteils der Brotjob dazwischen. Ich wollte aber unbedingt mal wieder dabei sein. Die kleinen Zeilen sind während einer Autofahrt bei Nacht entstanden. Ich hoffe, sie gefallen euch in ihrer Kürze trotzdem 🙂

Wolke am Himmel
vom Wind geschickt auf Reisen
unerkannt bei Nacht

Diesen Monat waren dabei:
Veronika
Eva
Corly
Rina P.

Das Thema für den 01.03.2018 lautet: kommerzieller Valentinstag

 

Kategorie: Schreibkick-Texte | Tags:

Schreibkick-Special Weihnachten: Unter dem Weihnachtsbaum (und Nachtrag „Stille Straße“)

Veröffentlicht am von 11 Kommentare

Hallo ihr lieben,

ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und hoffe, ihr habt ein paar entspannte, erholsame Feiertage gemeinsam mit euren Liebsten.
Letzten Monat habe ich hier ganz heimlich eine kleine Pause eingelegt. Wenn auch unfreiwillig. In einem meiner Brotjobs waren wir unterbesetzt, was zeitlich ziemlich stressig war. In dem anderen hatte ich vor Weihnachten noch eine Menge zu erledigen. Ich habe meine letzten Wochen also mit arbeiten, schlafen und essen verbracht. In meiner wenigen Freizeit habe ich Cthulhuabenteuer vorbereitet und geleitet, die schon länger geplant waren, und Gilmore Girls geschaut, wenn mein Kopf weder zum einen oder anderen noch getaugt hat (Netflix sei Dank :D). Entsprechend waren meine Ideen für den Weihnachtsschreibkick sehr geprägt von dunklen Wesen, die in den Wurzeln des Christbaumes leben könnten oder Tannennadeln, die an Heiligabend die glückliche Familie durchbohren (inspiriert durch Cthulhu), sowie Dialoge am Weihnachtstisch in feinem Hause, die nur so gespickt sind von versteckter Kritik und Vorhaltungen (Gilmore Girls). Die Gilmore Girls haben sich wohl in gewisser Weise durchgesetzt … aber lest selbst.
Vorher möchte ich hier aber noch alle Teilnehmer des Schreibkicks vom November verlinken. Das Thema war „Stille Straße“ und es sind wieder wunderbare Beiträge entstanden.
Alice Japa
Frau Vro
Rina P.
Eva
Corly
Nicole
Ich hoffe, ich habe niemanden übersehen, sonst gebt mir doch bitte in den Kommentaren schnell Bescheid 🙂

Wunschwünsche

„Schaff das Ding aus der Wohnung!“, schrie ich, als ich das grüne Monster im Eck unseres Wohnzimmer stehen sah, noch bevor ich meine Tasche und meinen Mantel ablegen konnte. Leon war gerade dabei, große rote Kugeln anzuhängen.
„Aber Susi, du …“
„Nein … ich sagte: Schaff das Ding weg.“
Er legte die Kugel aus der Hand, kam auf mich zu, legte die Arme um mich und küsste mich auf die Stirn. Ich liebte es, wenn er das tat.
„Es ist Weihnachten, Schatz. Und wir feiern so, wie wir es wollen. Gleich morgens am 24.“
„Du Rebell“, knurrte ich, schon etwas versöhnlicher.
„Unsere eigene, kleine Feier, bevor der Stress los geht. Mit Marmorkuchen, starkem Kaffee, jeder Menge Schokolade und Orangensaft.“
Ich spürte, wie mein Ärger gegen meinen Willen verrauchte. „Also gut …“ gab ich nach. „Aber wir erzählen keinem davon.“
„Ist okay.“ Er grinste. „Und jetzt mach deine Wunschliste fertig.“
„Arsch!“, knallte ich ihm an den Kopf, während ich ihm mit meiner Tasche einen Hieb versetzte.
„Dein Vater hat schon drei Mal angerufen. Demnächst schickt er die Weihnachtselfenpolizei.“
Genervt schmiss ich Mantel und Tasche in den Flur und lief in Richtung meines Schreibtischs. „Ich hasse dich“, ließ ich meinem Liebsten noch zwischen Tür und Angel zukommen.
„Ich weiß, ich dich auch“, rief er aus dem Wohnzimmer.

Schneller als erhofft, war mein PC hochgefahren. Ich stand trotzdem noch einmal auf und machte mir einen Tee. Wunschlisten, Weihnachtsbäume, Festessen. Wer brauchte diesen Mist eigentlich?
Während das Wasser im Kocher begann erste kleine Bläschen zu formen, überlegte ich, was ich alles auf meine Liste packen sollte. Ich wünschte mir eine neue Hülle für meinen Kindle. In pink. Aber das konnte nicht drauf. Das letzte Mal, als ich mir eine Handyhülle in pink gewünscht hatte, hatte ich diese zwar bekommen, aber mein Vater hatte mir zusätzlich die Freude gemacht, mich beim Auspacken zu fragen, ob das denn wirklich das richtige für mich wäre, oder ob es nicht langsam Zeit wäre, erwachsen zu werden. Pink kam also nicht in Frage.
Außerdem brauchte ich etwas Günstiges. Mein Cousin Phil und seine Frau waren äußerst sparsam. Mehr als 10 € durfte ein Geschenk nicht kosten.
Mit einer Tasse dampfenden Tees mit dem Namen Kaminfeuer, trottete ich zurück an den Schreibtisch.
Socken, tippte ich in die Suchleiste ein. Ich fand ein paar hübsche mit Schneeflocken darauf, die aber auch erwachsen genug aussahen, um hoffentlich keinen entsprechenden Kommentar meines Vaters zu verursachen.
Nachdenklich trippelte ich mit den Fingern auf der Tastatur herum. Fielen Socken in eine ähnliche Kategorie wie Staubsaugerbeutel? In meiner Verzweiflung hatte ich mir vor drei Jahren Staubsaugerbeutel gewünscht. Praktisch, erwachsen, nicht pink, und U18. Aber die waren für Phil wieder zu praktisch. In diesem Jahr hatte er mir ein selbst gebasteltes Bild aus Blättern geschenkt. „Auf der Liste waren nurnoch Staubsaugerbeutel. Das schien mir nicht richtig passend für einen solchen Anlass.“
Schnell löschte ich die Socken wieder.
Bücher … Bücher wären gut. Die würden auch für Phil passen. Aber ich las am liebsten Thriller. Nicht die blutigen Splatter, sondern die spannenden Psychothriller, in denen der Irre jederzeit im Wohnzimmer stehen und das Licht einschalten konnte, wenn man zur Haustüre rein kam. Die, in denen Intrigen gesponnen und Menschen intelligent gegeneinander ausgespielt wurden. Aber das ging nicht. Denn auch meine Mutter würde von dieser Liste bestellen. „So etwas blutrünstiges will ich einfach nicht schenken. Das ist nichts für unter dem Weihnachtsbaum“, hörte ich sie bereits in meinem Kopf jammern.
Socken, tippte ich erneut ein und packte die mit den Flocken wieder auf die Liste.
Am einfachsten wäre es, einfach jedem separat einen Wunsch zu sagen. Aber das ging nicht. Denn Geschenke sollten eine Überraschung sein (laut Oma Lucinda).
Oder sich Geld zu wünschen. Aber Geld verschenkte man ja nicht (laut so gut wie allen, außer Oma Sophia, die immer Geld verschenkte).
Thriller tippte ich ein, in der Hoffnung, etwas zu finden, das mich in den Augen meiner Mutter nicht wie eine Psychopathin wirken ließ. Aber nachdem ich mich zwanzig Seiten lang durch Cover mit blutroten Lettern, gruseligen Augen und bedrohlichen Titeln gekämpft hatte, gab ich auf. Ich probierte ein wenig mit den Suchbegriffen herum und setzte letztendlich einen englischen Spionageroman auf meine Liste. Im Stil von Sherlock Holmes. Da ging doch so weit alles gesittet zu. Und ich packte noch einen weiteren darauf, falls Onkel Phil mit dem Bestellen schneller sein sollte. Der  zweite Roman klang sogar richtig gut. Falls ich ihn nicht bekommen sollte … oder nein.
Ich nahm ihn wieder runter. Das war genau das richtige für meinen Bruder Johann. Er verabscheute das Internet. Diese online-Wunschlisten fand er doof. Wenn ich ihm den Link zur Liste schicken würde, würde er es vermutlich erst Tage später bemerken und mich dann darum bitten, ihm etwas anderes zu sagen, das nicht auf der Liste stand. Oder er würde Leon bitten, ihm etwas zu empfehlen, das ich mir wünschte. Wenn ihm dieser Wunsch dann nicht passte, würde er trotzdem zähneknirschend etwas von der Liste bestellen und Leon hatte sich umsonst das Hirn zerbrochen. Aber dieses Jahr war ich vorbereitet.
Die Tür unseres Arbeitszimmers öffnete sich einen Spalt breit. „Und? Alle Wunschwünsche erfüllt?“
„Neieiein“, jammerte ich. „Das ist komplizierter als Integralrechnung. Bitte, bitte hilf mir.“
„Hm … ich weiß nicht …“ Er grinste wieder.
„Biiiiiiitteeeeee.“
„Sonst willst du doch immer so viele Dinge haben.“
„Jaaahaaa, aber vor lauter Wunschvorgaben aus unserem schrägen Wunsch-Verhaltenscodex fällt mir nichts mehr ein.“
„Du wolltest einen Brotbackautomaten und unser Spargelschäler ist verrostet. Außerdem hat uns am letzten Racletteabend bei den Nachbarn der Dekantierer so gut gefallen.“
„Oh, oh, du bist gut.“ Ich notierte mir alles auf einem kleinen Post-it. Spargelschäler passte für jeden. Brotackautomat für meine Mutter (Haushalt, praktisch und nicht blutrünstig), Dekantierer für meinen Vater (erwachsen, nicht pink). Dann schob ich Leon einen Post-it mit dem Titel meines gewünschten Spionageromans zu.
Er nickte. „Ich werde es Johann ausrichten.“
„Danke.“
Gefühlte Stunden später hatte ich noch einige andere unverfängliche Haushaltsgegenstände auf die Liste gesetzt, sowie einen Reiseführer für Korsika, wo wir unseren nächsten Sommerurlaub verbringen wollten.
Im Wohnzimmer raschelte es. Ich gähnte und fuhr den PC herunter. Vermutlich packte Leon schon die ersten Geschenke für unsere Verwandtschaft ein.
Ich stand auf und lief hinüber, um ihm zu helfen. In der Tür zum Wohnzimmer blieb ich stehen und wich zurück. Dann spickte ich wieder vorsichtig ums Eck. Leon hatte mich noch nicht bemerkt. Er war gerade dabei, eine übergroßes pinkes Etwas in Einhorn-Geschenkpapier zu hüllen. Auf dem Wohnzimmertisch lagen Bücher. Eines mit einer blutigen Axt und eines mit einem knallroten Motorradhelm darauf.
Der Baum in der Ecke war inzwischen fertig geschmückt. Neben den roten Kugeln hing dort allerlei rosa und pinker Schnickschnack. Ich musste mich bremsen, um vor lauter Freude nicht lauthals zu quietschen. Ich war mir sicher, dass in diesem Moment zwei lavendelfarbene Herzen anstelle der Pupillen in meinen Augen zu sehen waren.
Leon blickte hoch. „Verschwinde!“ rief er, und schmiss mit irgendeinem Packpapier nach mir. Quietschend verschwand ich aus der Tür, welche er hinter mir zuknallte.

Beim Weihnachts-Special waren dabei:
Veronika
Eva
Rina
Corly
Nicole

Am 01.01.2018 gehts dann weiter mit dem Thema „Jahresuhr„.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein frohes Weihnachtsfest mit leckerem Essen, gutem Wein, liebevollen Geschenken und einem zugedrückten Auge für die Macken der lieben Verwandschaft. Genießt die gemeinsame Zeit.

Außerdem natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr <3

Alles liebe,
Sabi

Schreibkick #47: Nebelschwaden

Veröffentlicht am von 10 Kommentare

Hallo ihr lieben,

es ist Schreibkick-Zeit! Bei mir geht es diesen Monat wieder weiter bei Miley, Hannah und Fred. Was glaubt ihr, hat Miley ihre Partynacht gut überstanden?

Nebelschwaden

Ich stapfte über die kurz geschnittenen Wiesen, die zwischen dem Strand und dem Dorf lagen. Ich lief querfeldein, denn der Trampelpfad war ohnehin nicht zu erkennen und ich hatte es aufgegeben, den richtigen Weg mit den Füßen zu ertasten. Langsam wurde es heller um mich herum, aber über den Feldern lag ein dichter Nebelteppich. Ich war todmüde und hatte keine Ahnung, warum ich es noch vor einer Stunde für eine gute Idee gehalten hatte, den Rückweg alleine anzutreten. Wir hatten die halbe Nacht geredet. Hannah, Fred und ich. Er hatte sich vor einiger Zeit verabschiedet. Sein Vater würde ihn in weniger als 5 Stunden zum Golfen abholen, hatte er gesagt. Golfen – was für ein elitärer Snobsport. Aber ihm konnte ich das verzeihen. Er hatte mir zum Schluss seine Nummer gegeben.
Hannah und ich hatten noch auf der Baumbank gesessen und ohne Unterbrechung gekichert. Sie hatte bereits begonnen, unsere Hochzeit zu planen. Dann hatte ihr Exfreund vor uns gestanden und ihr zu verstehen gegeben, dass er gerne am Strand ein wenig Spaß mit ihr haben würde. Das war nichts Neues, wenn die beiden Single waren trafen sie sich häufiger.
Und so lief ich nun alleine über dieses gottverlassene Feld. Meine Füße waren nass und ich begann langsam zu frieren. Ich war mir noch nicht mal mehr sicher, ob ich auf dem richtigen Weg war. Der weiße Dunst um mich herum erstrahlte immer heller, aber wirkliche Anhaltspunkte hatte ich nicht. Auf diesen Feldern war weit und breit einfach Nichts. Nur Wiese.
Da schälte sich vor mir eine Kontur aus dem Nebel. Hüfthoch lag auf einmal eines der Felder von Plant2.0 vor mir. Mein Blick reichte dank des Nebels nicht sonderlich weit. Es waren irgendwelche Blumen, deren gelbe Blüten zu dieser Tageszeit noch geschlossen waren.
Ich seufzte, als ich erkannte, dass ich einen ganz schönen Umweg gemacht hatte. Mein Kopf fing an zu wummern und meine Beine wurden auf einmal so schwer, dass ich mich kaum noch aufrecht halten konnte. Das war keine normale Müdigkeit. Das musste der Alkohol sein, von dem ich an diesem Abend anscheinend viel zu viel getrunken hatte. Kenn dein Limit. Der Werbeslogan fiel mir in dem Moment wieder ein. Zu spät. Ich würde morgen, also nachher, wenn ich wieder wach war, einen fürchterlichen Kater haben. Ich setzte mich ins Gras. Nur einen Augenblick …, dachte ich bei mir und schloss für einen Moment die Augen.

Ich erwachte davon, dass ich niesen musste. Benommen setzte ich mich auf. Ich war von gelben Blüten umgeben. Mist …, dachte ich. Stand hier nicht irgendwo ein Schild, dass man das Feld nicht betreten sollte? Ich hatte mit meinem Oberkörper eine kleine Schneise in das Feld gewalzt, als ich beim Einschlafen hineingefallen war.
Nocheinmal musste ich niesen. Ich wollte mir die Hand vor die Nase halten, doch als ich meine Finger sah, zuckte ich erschrocken zurück. Sie waren grün. Diese dämlichen Blumen mussten wohl abgefärbt haben. Schnell zog ich mein Handy aus der Tasche und öffnete die Kamera, um mich im Selfiemodus selbst sehen zu können. Die Sonne, die mittlerweile dicht über den Bäumen stand und die leichten Nebelschwaden, die sie noch übrig gelassen hatte, erstrahlen ließ, blendete mich. Ich musste mich ein Stück weit drehen, um auf dem Display etwas erkennen zu können. Tatsächlich, ich war irgendwie grün im Gesicht. Blassgrüne Flecken breiteten sich auf meiner Haut aus. Hoffentlich war das nicht irgendeine Art von allergischer Reaktion. Ich sah furchtbar aus. Meine Haare waren zerzaust und mein Make-up verschmiert. Schnell kämmte ich mir mit den Findern durch die Haare und versuchte, so gut es ging sie verschmierten Schminkereste abzuwischen. Dann stand ich schwankend auf. Ich konnte nur hoffen, dass alle anderen im Dorf einen ähnlichen Kater hatten wie ich und noch im Bett lagen. Bitte lieber Gott, lass mich niemanden begegnen, betete ich entgegen meiner sonstigen spirituellen Einstellung und machte mich auf den Weg nach Hause.

Diesen Monat waren dabei:
Veronika
Eva
Corly
Rina

Das Thema für den 01.12.2017 lautet: Stille Straße

Es wird dieses Jahr übrigens wieder ein Weihnachtsspecial geben!

Das Thema für den 24.12.2017 lautet: Unter dem Weihnachtsbaum

Schreibkick #46: Herbstfarben

Veröffentlicht am von 8 Kommentare

Hallo ihr lieben,

heute gibt es etwas außerhalb der Fortsetzungsgeschichte. Dieser kleine Text ist während einer Schreibaufgabe bei einem Treffen mit meiner Schreibgruppe entstanden und ich finde, er passt ganz gut zum Thema.

Kicki

Kicki hüpfte flink und geschickt von Ast zu Ast. Unter ihr rieselten gelbrote Blätter zu Boden. In einer Astgabel blieb sie sitzen. Hatte sie hier nicht vor kurzem ein paar Nüsse liegen lassen, als sie von der dämlichen Krähe belästigt worden war? Doch. Da waren sie. „Das schwarze Ungetüm hat sie also nicht gefunden“, dachte Kicki voller Genugtuung.
Sie griff sich eine  der Nüsse und drehte sie in ihren Pfötchen. Als sie gerade hineinbeißen wollte, hörte sie von unten Kindergeschrei.

„Gugg mal Mami, ein Eichhörnchen!“

Genervt hielt Kicki inne.

„Pssst“, machte die Mutter. Du verscheuchst es sonst.“

Kicki beobachtete, wie die Familie sich langsam an den Baum heranpirschte. „Für wie blöd halten die mich eigentlich?“, dachte sie bei sich. Sie hasste es, beim Essen begafft zu werden. Schnell nahm sie Anlauf über einen der ausladenden Äste und hüpfte hinüber auf die große Tanne. Dort schraubte sie sich am Stamm entlang in die Höhe und blieb, außerhalb der Sichtweite der Familie ganz oben sitzen und machte es sich bequem. In Gedanken ging sie all ihre Verstecke noch einmal durch. Unter dem Kastanienbaum, bei der Parkbank, hinter dem „Rasen nicht betreten“-Schild und so weiter. Sie war sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. Der Winter konnte kommen. Die Berge in der Ferne trugen bereits weiße Mützen aus Schnee. Weit konnte der Winter also nicht mehr sein.

Diesen Monat waren dabei:
Anita (in der facebook-Gruppe gepostet)
Eva
Vro
Corly
Rina
Alice

Das Thema für den 01.11.2017 lautet: Nebelschwaden

Schreibkick #45: Sommerausklang

Veröffentlicht am von 9 Kommentare

Hallo ihr lieben,

ich bin wieder einen Tag zu spät dran. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß an der Fortsetzungegeschichte. Denn jetzt geht es weiter mit Miley, Hanna und … ja … und wem wohl?

Sommerausklang

Zögerlich mischten wir uns unter das Volk. Gitarrensound und Trommelrhythmen drangen aus den Lautsprechern. Unser erster Gang führte uns zu der aufgebauten Theke.
»Hey, willst du auch Bowle?«, fragte Hanna.
Ich nickte. »Gerne.«
»Soll ich versuchen, die mit Alkohol zu bekommen?«
Ich sah sie mit großen Augen an. Alkohol hatte ich bisher nur an meinem 16. Geburtstag getrunken, als mein Vater mir erlaubt hatte, zur Feier des Tages ein kleines Gläschen Rotwein zu probieren. Geschmeckt hatte es mir nicht, aber das warme Gefühl danach war ganz angenehm gewesen.
»Hm.«, antwortete ich daher.
»Ich probiere es einfach.«
»Hm«, sagte ich wieder.
Ich beobachtete, wie Hanna zielstrebig auf den Kellner hinter der Theke zuging. Sie zeigte auf eine der großen Schüsseln und sagte etwas. Der Mann jedoch zog eine Augenbraue hoch, grinste dann und füllte ihr schließlich zwei Becher aus der anderen Schüssel voll.
Als Hanna mir den Becher in die Hand drückte, zuckte sie nur mit den Schultern und meinte: »Hat nicht geklappt.«
Mit meiner alkoholfreien Erdbeerbowle in der Hand sah ich mich um. Bisher standen die meisten Leute an den Stehtischen herum, unterhielten sich und nippten an ihren Getränken. Ein paar Mädchen ließen ihre Hintern leicht zu der Musik wippen. Die übrigen Leute hatten sich ein wenig abseits mit Bier, Sekt und Bowle in den Sand gesetzt. Die meisten waren schick, sommerlich gekleidet, aber nicht wirklich aufgetakelt. In meinem Look fühlte ich mich daher einigermaßen wohl.
Hanna stieß mich mit dem Ellbogen an. »Komm, setzen wir uns auf die Baumbank.«
»Okay.«
Am Strand war vor einigen Jahren ein riesiger Stamm angespült worden. Von ersten Tag an, war er ein beliebter Aufenthaltsort gewesen. Und da keiner sich zuständig fühlte, oder es für nötig hielt, ihn wegzuräumen, hatte er einige Jahre so verbracht. Dann kam auf einmal von irgendwem im Stadtrat die Idee, dass man etwas damit machen müsse. Verschönerung des Stadtbildes und so. Und da jeder den Baum behalten wollte, wurde ein Künstler des Nachbarortes beauftragt, eine Bank daraus zu machen. Er hatte in die Oberseite des Baumes ein paar kleine Sitzkuhlen gefräst – oder wie man dazu sagt. Um die natürliche Ästhetik mit modernem Minimalismus zu vereinen, hieß es damals, glaube ich. Jetzt haben wir einen stinknormalen Stamm mit leichten Kuhlen – unsere Baumbank. Und der Künstler ist vermutlich um ein paar tausend Euro leichter.
»So lässt es sich doch leben«, meinte Hanna, als wir uns auf die Baumbank hievten.
»Ja, das stimmt.«
Leise drang das Rauschen der Wellen zwischen der Musik zu uns vor. »Trotzdem würde mich interessieren, wer diese Party veranstaltet«, sagte ich.
»Wir können ja nachher mal rumfragen«, antwortete Hanna. Dann runzelte sie die Stirn und stieß mich mit dem Ellenbogen an. Sie nickte in eine bestimmte Richtung und ich folgte ihrem Blick. Dort stand ein Junge. Oder eher ein junger Mann. Wahrscheinlich so um die 18. Ich hatte ihn noch nie gesehen. Er war auch etwas fülliger, sah aber ganz nett aus in seinem hellblauen Poloshirt und den schwarzen Shorts. Einen Pullover hatte er locker über die Schultern geworfen. Das war gut. Die meisten banden sich ihre Pullover um ihre Hüften. Aber das betont unsere Problemzonen nur unnötig. Er hatte drei Becher in der Hand und kam zögerlich auf uns zu, als er unsere Blicke bemerkte.
»Hi«, sagte er, und hätte er die Hände frei gehabt, hätte er sich bestimmt verlegen am Kopf gekratzt.
»Hi«, antworteten wir im Chor.
»Ich … ähm … also ich habe vorhin gehört, wie ihr. Also wie du …« er sah Hanna an. »Wie du die Bowle mit Alkohol bestellen wolltest. Was dann ja nicht geklappt hat.« Er lächelte nervös. »Also ich habe euch welche mitgebracht, wenn ihr wollt?«
Wieder einer von Hannas Verehrern. War ja klar. Genervt starrte ich auf den Sand unter meinen Füßen, als hätte der mit etwas wichtiges zu sagen. Wieder bemerkte ich einen Stoß in der Rippengegend. Als ich aufblickte, sah ich, dass der Kerl nicht Hanna, sondern mich verlegen angrinste. Mein Herz begann zu rasen.
»Ich … äh … ja. Also klar doch.«
Er atmete erleichtert aus und drückte mir und Hanna jeweils einen Becher in die Hand. »Ich bin übrigens Fred.« Er sprach den Namen englisch aus. »Also eigentlich Ferdinand. Aber alle nennen mich Fred.«
Auch wir stellten uns ihm vor. Dann stießen wir an und ich nahm einen Schluck von meiner Bowle. Sie schmeckte sehr süß. Kein Vergleich zu dem Rotwein, den ich damals getrunken hatte. Wenn Alkohol so schmeckte, konnte ich mich wohl doch daran gewöhnen. Vor allem, wenn er mir von einem so netten Typen gebracht wurde. Jetzt galt es, irgendwie diese Konversation am Laufen zu halten. Ich musste mir etwas einfallen lassen.
»Ähm. Warum haben wir dich denn noch nie hier im Ort gesehen? Eigentlich kennt man sich hier ja.«
»Ich bin gerade mit meinem Vater hergezogen. Er hat hier einen Job bekommen. Ich hätte auch bei meiner Mutter in Berlin bleiben können. Aber in einem Jahr, nach meinem Abi, wollte ich eh weg aus der Stadt. Also habe ich die Chance genutzt, um jetzt schonmal was Neues zu sehen.«
»Dann haben sich deine Eltern getrennt?«, frage Hanna neugierig.
»Ja. Aber schon vor Jahren.«
»Und wo arbeitet dein Vater jetzt?«, mischte ich mich wieder ein. Ich wollte nicht, dass Hanna ihn zu seiner gesamten Familiengeschichte ausfragte, wie sie es so gerne tat.
»Bei Plant 2.0.«
»Dem Genpflanzenunternehmen?«
»Ja genau. Er ist Mikrobiologe und untersucht die Zellen der unterschiedlichen Züchtungen.«
»Cool«, sagte ich.
»Cool?«, keifte Hanna schrill. »Ich finde, unsere Natur bekommt das ganz gut alleine hin mit den Pflanzen. Ich verstehe nicht, warum alles immer noch besser, größer und effizienter werden muss!«
Diese Diskussion wurde in unserem Ort bereits hunderte Male geführt, seit Plant 2.0 ihr Fabrikgebäude und die Versuchsfelder am Stadtrand eingeweiht hatte. Sogar im Schulunterricht war Gentechnik ein Thema geworden. Hanna war eine der erbittertsten Gegnerinnen und würde sich bei Protesten vermutlich freiwillig an das Fabriktor ketten lassen. Das konnte heute Abend ja noch ein spannender Sommerausklang werden.

Fortsetzung folgt …

Das Thema für den 01.10.2017 lautet: Herbstfarben

Diesen Monat waren dabei:
Eva
Vro
Rina

Schreibkick #44: Strandparty unter Vollmond

Veröffentlicht am von 9 Kommentare

Hallo ihr lieben,

es ist wieder Schreibkick-Zeit. Bei mir ist wieder eine Fortsetzungsgeschichte draus geworden.

Strandparty unter Vollmond

Strandparty unter Vollmond
Samstag, 21 Uhr, Bootshaus

Sprachlos starrte ich auf den Zettel. Dann knüllte ich ihn zusammen und warf ihn in den Papierkorb neben meinem Schreibtisch. Samstag. Das war heute. Da wollte mich doch nur wieder jemand verarschen. Ich war seit der Grundschule auf keine Party mehr eingeladen worden. Mit jemandem wie mir, einer verpickelten, schwer übergewichtigen 16-jährigen wollte keiner was zu tun haben. Warum auch? Ich konnte mich ja selber nicht leiden. Ich bekam selten blöde Sprüche zu hören. Vordergründig waren die meisten Menschen nett und tolerant. »Jeder so, wie er sich wohlfühlt«. Das dumme war nur, dass ich mich 1. nicht wohlfühlte und 2. die Wahrheit an ihren Gesichtern sah. Ich sah, wie sie mich musterten, wenn ich vorbei lief. Wenn ihr Blick erst auf meine runden Hüften und dann auf mein aufgequollenes Gesicht fiel. Ich beobachtete aus den Augenwinkeln, wie sie sich nach mir umdrehten. Hörte hinter meinem Rücken, wie sie plötzlich zu kichern anfingen oder ungläubig über meine Figur stöhnten. All das bekam ich mit. Und es machte mich traurig. Dann versuchte ich, mir zu sagen, dass mir das egal sei. »Jeder so, wie er sich wohlfühlt«, und aß eine Pizza mit Käserand. Wenn ich dann vollgegessen und mit fettigen Fingern auf meinem Sofa saß, hasste ich mich wieder dafür und schob aus Frust eine Tüte Chips hinterher. Dann versuchte ich es mit einer Diät. Ich hatte schon beinahe alles probiert. Aber auch das frustrierte mich immer so, dass ich hinterher wieder 5 Kilo zunahm. Also habe ich das mit den Diäten auch aufgegeben. Warum also, sollte mich jemand auf eine Strandparty einladen?
Eine Lösung gab es vielleicht noch. Ich zog mein Handy aus der Hosentasche und begann zu tippen.

Miley:
»Hast du auch so eine Einladung zur Strandparty bekommen?«

Hanna:
»Ja. Gehst du hin?«

Miley:
»Weiß nicht. Wenn du gehst?«

Hanna:
»Wenn du mitkommst, gehe ich hin.«

Ich überlegte kurz. Mit Hanna konnte es lustig werden. Und falls nur die ganzen Surferboys da sein sollten und es uns zu blöd wurde, konnten wir ja wieder umdrehen.
Miley:
»Okay. Dann gehen wir wohl hin.«

Hanna war die Einzige mit der ich mich ab und zu traf. Sie war in meiner Parallelklasse und auch dick. Aber nicht so schlimm wie ich. Sie wurde sogar manchmal angeflirtet von Jungs, was sie mir dann grinsend erzählte. Das freute mich für sie, aber machte mich auch neidisch.
Ich ging zu meinem Schrank. Was ich anziehen sollte, war einfach. Eigentlich hatte ich nur ein passendes Outfit für diesen Anlass. Das Wickelkleid, das ich mit meinen Eltern bei unserem letzten gemeinsamen Sommerurlaub in Spanien gekauft hatte. Normalerweise trug ich immer Jeans und T-shirts. Aber wenn ich mich schon überwand zu dieser Party zu gehen, wollte ich wenigstens versuchen, etwas aus mir zu machen.

Um kurz vor 9 stand ich vor dem geschlossenen Aldi, wo ich mich mit Hanna treffen wollte. Von hier waren es nur 100 m bis zum Bootshaus. Ich hörte die Musik bereits herüberschallen. Es war schon eine ganze Menge los. Schien so, als sei der ganze Ort zu dieser Party eingeladen worden. Und da waren sie wieder. Die Blicke der aufgehübschten Mädels, die sowas wie eine Taille besaßen. Ich fühlte mich unwohl, wie ich hier alleine stand, und begann, nervös an meinen Fingernägeln rumzuknibbeln. Wo blieb denn nur Hanna? Zu zweit waren solche Situationen leichter zu ertragen. Da war ich abgelenkt und hatte anderes zu tun, als zu beobachten, wer mich alles musterte und mir vorzustellen, was die Leute über mich dachten.
»Naaa, bereit für die Party?« Hanna kam freudestrahlend auf mich zu. Dafür bewunderte ich sie. Sie hatte auch ihre Phasen, in denen sie schlecht drauf war und genervt. Aber wenn wir dann zusammen unterwegs waren, oder bestimmt auch, wenn sie alleine unter Menschen war, war sie lustig und immer guter Laune. Außerdem war sie schlagkräftig, während ich meistens über ein »Äh« nicht hinauskam, wenn mich jemand blöd anmachte.
»Ja. mal sehen«, erwiderte ich.
Sie hakte sich bei mir unter und gemeinsam liefen wir in Richtung strand. Schon von weitem konnten wir sehen, dass jemand Lampions über die sonst eher schlichte Terrasse des Bootshauses gehängt hatte. Am Strand brannten Feuer in Schalen. Da wir fast Herbst hatten, dämmerte es auch schon, was dem ganzen eine zauberhafte Atmosphäre verlieh. Ich lächelte Hanna zu und sie lächelte zurück. So langsam begann ich, mich auf den Abend zu freuen.

Fortsetzung folgt …

 

Das Thema für den 01.09.2017 lautet: Sommerausklang

Diesen Monat waren dabei:
Vro
Eva
Rina
Corly

Kategorie: Schreibkick-Texte

Schreibkick #43: Abkühlung

Veröffentlicht am von 9 Kommentare

Halli hallo meine lieben,

ich habe bis gestern nicht mehr daran geglaubt, dass ich noch einen Text schaffen werde. Doch am Abend lag ich im Bett und habe überlegt, was ich tun könnte … mein Hirn hatte irgendwann die Idee: „Schreib doch ein Haiku“. Gleichzeitig war mir aber klar, dass das ja gewisse Regeln hat und ich keine Ahnung davon habe. Trotzdem habe ich dann gegoogelt, ein bisschen was gelesen, ein paar Beispiele angesehen und dann einfach mal drauflos geschrieben.

Hier also kurze Texte zum Thema „Abkühlung“. Was für eine Textgattung sie auch immer sein mögen …

Meine erste Idee war Folgendes:
Eine Flamme
Wasser bringt Erfrischung
Asche

Dann habe ich irgendwo gelesen, dass heute auch gerne moderne Dinge, z.B. aus dem Großstadtleben verwendet werden. Daraus entstand das:
Klimaanlage
Ein Bikini flattert
Im Sommerwind

Nachdem ich diese zwei „Meisterwerke“ im Dunkeln in mein Handy getippt hatte und mein Hörspiel eingeschalten hatte, um zu schlafen, fiel mir Folgendes ein (Wer errät, welches Buch ich gerade höre?)
Müdigkeit
Das Hörspiel spricht vom Ozean
Mein Kätzchen

Die letzte Zeile könnte auch „bodenloser Eimer“ heißen … oder „Loch im Fuß“. Naaa, kennt es jemand? Passend wäre auch:
Opalschürfer
Im Eimer ein Ozean
Mein Kätzchen

Die Idee mit dem Eimer hat mich dann nicht mehr losgelassen:
Gartentraum
Im Eimer ein Ozean
Süße Früchte
(im Halbschlaf hatte ich hier noch eine andere letzte Zeile, die fällt mir nicht mehr ein).

Mein Hirn hat dann noch ein wenig weiter gemacht … der Gedanke, moderne Erscheinungen in Haikus zu verarbeiten hat mir große Freude bereitet. Irgendwie bin ich bei Schönheitschirurgie gelandet. Ich habe aber nichts mehr aufgeschrieben, da es mittlerweile 00:30 Uhr war und ich echt schlafen sollte … Dabei kamen so Sachen raus wie:
Faltenfrei
glatt wie Seide
Danke Botox

😀 😀 😀 zu anderer Zeit vielleicht mal mehr davon 😀

So … jetzt schnell Kaffee trinken, dann muss ich auch schon los.

Diesen Monat waren dabei:
Vro
Eva

Das Thema für den 01.08.17 lautet: Strandparty unter Vollmond

Liebe Grüße,
Sabi

Kategorie: Schreibkick-Texte